Suboptimale Karriereseiten: Bitte kein IFRAME!

Etwas mehr Technik-Affinität würde uns im HR-Bereich nicht schaden. Deswegen gibt es ab jetzt mehr leicht technischere Posts. Thema heute:

Die Einbindung der Jobbörse in die Karriereseite per „iframe“ = FEHLER!

Verursacht wird dieser, leider noch weit verbereitete, Fehler überwiegend durch den Einsatz von Bewerbermanagement-Systemen, die viel Wert auf Verwaltung und nur wenig auf Vermarktung der Karriereseite und der drauf befindlichen Jobs legen. (Manchmal liegt es aber auch an den Auftraggebern, die einfach nicht zu Ende denken.) Das Resultat: Ihr zahlt ordentlich für super Bewerbermanagement-Software, Integration, Schulungen etc., unterschreibt aber auch parallel für eine minderwertige Karriereseite.

Personaler, warum macht Ihr das?! Ihr sagt doch selbst z.B. im „Recruiting Trends 2014“ Report von Goethe Universität, CHRIS und Monster, dass die Karriereseite auf Platz 1 bei der Zahl der Veröffentlichungen steht und sehr bald die Online-Stellenbörsen bei dem Anteil der Einstellungen überholen wird. Die Karriereseite samt der integrierten Jobbörse muss top sein! Kein wenn und aber.

Die Karriereseite gehört 2014 zu den wichtigsten Personalmarketing-Kanälen

Wo liegt nun genau das Problem?!

Einbindung per „iframe“ bedeutet, dass in Eure bestehende Seite eine andere Seite (also z.B. Eure neue Jobbörse) wie ein Fremdkörper eingepflanzt wird, ohne tatsächlich mit dem Quellcode Eurer Seite zu verschmelzen. Wie ein Glasauge quasi. Es ist da. Jeder kann es oberflächlich sehen. Aber es ist nicht wirklich mit dem Rest des Körpers verbunden. Es steckt einfach drin und führt ein Eigenleben. Diese kleine Tatsache hat entscheidende kurzfristige und langfristige Konsequenzen für den (Miss-)Erfolg Eurer Karriereseite.

Die Problematik des IFRAME auf einer Karriere-Webseite

Problem-Set 1:

Da der eingebundene Inhalt kein echter Bestandteil Eurer Seite ist, kann Google (und andere Suchmaschinen) wenig damit anfangen. Zwar verstehen die Suchmaschinen, dass Ihr eine Karriereseite habt. Aber sie blicken nicht durch, was sich in diesem eingebundenen „DING“ abspielt. Konsequenz: Die einzelnen Jobs werden nicht erfasst. Euch entgeht organischer kostenloser Traffic für Eure Karriere- und Firmenseite. Wie schade!

Ihr wollt Eure Jobs schön bei Facebook teilen? Nun ja, leider führen die Links nicht auf Eure Seite zurück, sondern bestenfalls auf eine Unterseite Eures Bewerbermanagement-System-Anbieters. Traffic auf die Anzeige ist zwar gegeben, aber Eure hübsche Firmenseite bekommt der Interessent erst gar nicht zu Gesicht. Nicht gut.

Problem-Set 2:

Da der eingebundene Inhalt kein echter Bestandteil Eurer Seite ist, führt dieser, wie gesagt, ein Eigenleben. Eure Seite soll insgesamt mobil optimiert, re-designed, onpage-seo-optimiert werden? Was passiert mit dem „iframe“-Inhalt (Glasauge)? Nichts, dieser Bereich der Seite bleibt so, wie er ist. Der per „iframe“ eingebundene Inhalt gehört Euch nämlich nicht, sondern dem Betreiber des Bewerbermanagement-Systems. Eure eigenen Jobs – also wertvoller Content, den Ihr selbst erstellt habt – gehören Euch nicht?! Das macht doch keinen Sinn.

Der Nutzer lädt Eure Seite auf dem Mobiltelefon oder verkleinert das Browser-Fenster, was passiert? Keine Ahnung. Irgendwas, worauf ihr keinen Einfluss nehmen könnt. Der „iframe“-Inhalt ist doof und blind und weiß nie so richtig, was der Rest der Seite gerade tut. Also wird er in den aller meisten Fällen z.B. auf mobilen Geräten falsch oder gar nicht funktionieren. Schlechte User-Experience und Ihr seid natürlich schuld.

Problem-Set 3:

Vernünftige Analytics? Wie denn? Abseits von dem, was das Bewerbermanagement-System zur Verfügung stellt, könnt Ihr keine Zahlen erheben. Schlecht.

Problembewusstsein ist vorhanden. Was kann man tun?  

Falls Ihr bereits eine Karriereseite samt Jobbörse besitzt, würde ich einen einfachen Test durchführen. Man verwende einen sogenannten SEO-Browser, um zu prüfen, welche Seiteninhalte von den Suchmaschinen erfasst werden können. Ich persönlich mag den von Domaintools.

SEO Browser Check auf der Karriereseite

Abb: Normaler Browser vs. SEO-Browser: Alles OK!

Sind in Eurem Fall keine Jobs sichtbar an der Stelle, wo sie in einem normalen Browser zu sehen sind, gibt es ein Problem, das gelöst werden sollte.

Beispiel einer schlechten Karriere-Webseite mit iframe

Abb: Normaler Browser vs. SEO-Browser: Nichts ist OK!

Falls Ihr bereits an ein Bewerbermanagement-System gebunden seid bzw. kurz davor steht, sich für eins zu entscheiden, überprüft bitte, ob die folgenden Optionen der Integration vorhanden sind:

  1. Die Karriereseite bzw. die Jobbörse wird direkt als fester Bestandteil Eurer Seite erzeugt.
  2. Der Austausch der Inhalte zwischen Bewerbermanagement-System und Eurer Seite läuft über eine Schnittstelle.

karriereseite_integration

Es hört sich zunächst vermutlich etwas kompliziert an. Ist es aber nicht. Merkt Euch bitte einfach, dass Ihr unter keinen Umständen „iframes“ auf Eurer Kariereseite haben wollt. Das ist die halbe Miete. Idealerweise denkt Ihr möglichst früh dran. Ansonsten freue ich mich auf Euer Feedback zum Post und/oder weiterführende Fragen zum Thema Karriereseiten.





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14 KOMMENTARE

  1. Hallo Alexander

    Bin da mit dir einer Meinung, betreffend grösserer Anwendungen. Aber Videos mittels iFrame zu integrieren, stellt aus unserer Erfahrung kein Problem dar und wird von allen gängigen Video Portalen als Embed-Lösung Nr. 1 verwendet. Nur damit nun nicht alle Recruiter eine „iFrame“-Panik entwickeln.

    gruss Stefan

    1. Hallo Stefan,

      Du hast natürlich Recht. Mir ging es tatsächlich ausschließlich um die Einbindung von Inhalten wie Jobs.
      Dachte, dass ‚Thema heute: Die Einbindung der Jobbörse in die Karriereseite per “iframe”‘ als Abgrenzung ausreicht. Aber hätte ich sicherlich noch besser machen können.

      Schöne Grüße

  2. Gute Idee, unter dem Hashtag #HRTechnik hier und da über fummelige Details zu schreiben. Nicht jeder Personaler hat ein Budget für Programmierer ;-) Und die, die es haben, können #HRTechnik nutzen, um den Programmierer zu testen ;-)

    Beste Grüße nach Hamburg.

    – Hans Steup, Berlin

  3. Danke für diesen Hinweis! Ich habe die Auffindbarkeit per Suchmaschine gleich mal bei uns getestet und aufgeatmet: Die Integration unserer Jobbörse funktioniert wie beschrieben :)

    Ich freue mich schon auf mehr technische Beiträge!
    Grüße
    Anke

    1. Das freut mich! Sehr gern :)

  4. Guten Morgen Alexander,
    hättest Du ein paar Stichworte zu einer alternativen Einbindung der firmeneigenen Jobbörse?
    In Google habe ich ein wenig dazu gefunden, dass es über PHP Alternativen zu einer iFrame-Lösung geben soll.
    Freue mich auf Deine News. Und macht weiter so mit Eurem prima Blogg.
    Viele Grüße aus dem Süden.
    Matthias

  5. Guten Morgen Alexander,

    So Technik-Beiträge finde ich klasse.
    hättest Du ein paar Stichworte zu einer alternativen Einbindung der firmeneigenen Jobbörse?
    In Google habe ich ein wenig dazu gefunden, dass es über PHP Alternativen zu einer iFrame-Lösung geben soll.
    Freue mich auf Deine News. Und macht weiter so mit Eurem prima Blogg.

    Viele Grüße aus dem Süden.
    Matthias

    1. Hallo Matthias,

      vielen Dank für Dein Feedback.

      Wie ich im Post schon angemerkt habe, sollte die Jobbörse im Idealfall ein fester Bestandteil der Seite sein Wenn eine extern existierende Jobbörse eingebunden werden soll, wird es keine 100% optimale Lösung geben.

      Unter bestimmten Voraussetzung bestehen Möglichkeiten, mit PHP (z.B. include() ) externe Inhalte zu integrieren. Wie gut das funktioniert hängt davon ab, also z.B. von der Beschaffenheit der einzubindenden Inhalte. Muss man sich im Einzelfall genau anschauen.

      Ich bin jedoch der Meinung, dass es grundsätzlich besser ist, wenn das Jobbörsen-Modul ein fester Bestandteil der Seite bzw. im Backend, CMS entsprechend abgebildet ist. Also, besser von Anfang an auf eine solide Lösung setzen.

      Schöne Grüße

      1. Danke Dir Alexander.
        Ein schönes Wochenende!

        Lg Matthias

  6. HR Barcamp 2014 #hrbc14 | Seubert HR

    […] Jan Kirchner von Wollmilchsau machte auf der gemeinsamen Rückfahrt von Berlin nach Hamburg nochmal klar, was es heißen kann unwissend im Online Marketing Bereich zu sein: die üblichen Bewerbermanagement-Systeme binden ihre Jobbörse über ein iFrame auf die Karriereseite ein, das nicht von Google ausgelesen werden kann. Mit der Folge, dass Meta Suchmaschinen, auch Aggregatoren genannt, diese nicht mehr finden und ein eigenes SEO der Jobtitel nicht möglich ist. Das Unternehmen vergibt sich damit eine Möglichkeit, die theoretisch Anzeigenschaltungen über Jobbörsen sogar unnötig machen könnte. (Nachtrag 20.03.2014: inzwischen hat Wollmilchsau dazu eine Artikelserie gestartet, 1. Teil über iFrames!) […]

  7. Grundlagen: Suchmaschinenoptimierung für Personaler (HR-SEO)

    […] ein paar Wochen habe ich mit dem Post zur Einbindung von Jobbörsen in Karriereseiten einen häufigen Fehler im Bereich der Suchmaschinenoptimierung angesprochen.  Heute möchte ich […]

  8. Hallo Alexander,
    toll, dass Du das Thema so vorstellst, dass man auch als nicht-IT.ler etwas versteht!
    Wir sind gerade dabei, ein BMS auszusuchen. Unsere IT möchte das Job-Portal jedoch nicht auf unserem eigenen Web-Server haben, weil so viele Externe dann über das Bewerbungsformular und das Hochladen von Bewerbungsdateien auf den Server zugreifen würden. Die IT hat einfach Sicherheitsbedenken. Was ist da die „nächstbeste“ Lösung?
    Hast Du vielleicht sogar einen „Geheimtipp“ für ein BMS, das in dieser Hinsicht weit vorn ist und gleichzeitig im Backoffice (da wo die Recruiter und Fachbereiche mit dem BMS umgehen) nicht schwächelt?
    Dank und beste Grüße
    Andreas

  9. Die ARD-ZDF-Onlinestudie 2014 - Webnutzung und Karriereseiten im Vergleich

    […] Jobs vieler Unternehmen liegen nicht auf der eigenen Karriereseite und ranken für diese auch nicht bei […]

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