Grundlagen: Suchmaschinenoptimierung für Personaler (HR-SEO)

Vor ein paar Wochen habe ich mit dem Post zur Einbindung von Jobbörsen in Karriereseiten einen häufigen Fehler im Bereich der Suchmaschinenoptimierung angesprochen. Heute möchte ich gerne eine Stufe zurück gehen und anhand einer einzelnen Anzeige erläutern, worauf man achten sollte, um grundlegende SEO-Potentiale nicht einfach zu verschenken.

Für eine im Web veröffentlichte Anzeige (z.B. auf Eurer eigenen Karriereseite) gelten die gleichen Regeln, wie für eine beliebige Seite, wenn es darum geht, die optimale Lesbarkeit durch Suchmaschinen zu gewährleisten und damit die Wahrscheinlichkeit der Auffindbarkeit zu steigern. Aus meiner Sicht sind zumindest die folgenden fünf Punkte zu beachten, die von großen und kleinen Unternehmen nur vereinzelt bis gar nicht berücksichtigt werden.

1. Jede Stellenanzeige sollte über eine individuelle URL erreichbar sein.

Bei diesem Punkt sind noch viel zu viele Unternehmen Opfer der veralteten oder nicht durchdachten Technologien (z.B. Flash), die für die Jobbörsen auf ihren Seiten verwenden werden. Unnötige visuelle Effekte, „geschmeidige“ Aufklapp-Effekte oder Pop-Ups usw. Aber kein intelligenter Unterbau. Nicht gut.

Hier habe ich ein anschauliches Beispiel für Euch ausgegraben. Klickt Euch mal durch die Jobs und achtet auf die URL-Leiste. Versucht auch bitte, Jobs von dem Unternehmen bei Google zu finden. Alles mögliche, nur keine Jobs. Potenzial verschwendet. (Für die Experten: Man findet letztendlich eindeutige Links über den Twitter-Sharing-Button. Aber die sind wohl so in dem Flash-Todes-Stern vergraben, dass Google einfach nicht ran kommt.)

Fürs HR-SEO sind individuelle URLs für jede einzelne Stellenanzeige sinnvoll.

2. Sprechende URLs: Der Jobtitel sollte in der URL enthalten sein.

Idealerweise sind die Keywords aus dem Stellentitel drin, zumindest die sinngemäße Übertragung. Zu viele Hierarchie-Ebenen sollte es auch nicht geben. Ich persönlich mag das z.B. so: http://meineseite.de/jobs/hr-seo-klugscheisser-gessucht-m-w.html. Das ist gut für Suchmaschinen und gut für die Nutzer. Alles easy. Schaut Euch die folgenden Beispiele an. Was erscheint Euch auf den ersten Blick schöner und sinnvoller? Wobei beim zweiten (besseren) Beispiel der Job selbst schon fast zu „tief“ versteckt wurde. Wozu so viele Ebenen – …stellenangebote/stellenangebote/ – häh? Aber besser so als VW-mäßig.

Sprechende URLs sind im HR-SEO unverzichtbar.

3. Deutliche Trennung zwischen der Überschrift der Stellenanzeige und dem Text.

Idealerweise verwendet Ihr für (Zwischen-)Überschriften die Headline Tags. Der Jobtitel sollte mit dem <h1></h1> Tag definiert werden. Das hilft den Suchmaschinen nochmals, die Struktur des Inhalts zu verstehen und die Relevanz einzuschätzen. Je nachdem, wie in Eurem Fall Jobs veröffentlicht werden, muss diese Regel in Eurem Content-Management-System (bzw. Template) oder in dem Bewerbermanagement-/Jobbörsen-System berücksichtigt sein. Dann sieht es es nämlich so aus.

Headline-Tags helfen Google und anderen Suchmaschinen, den Jobtitel auszulesen.

4. Meta-Tags für Titel und Beschreibung müssen vorhanden sein.

Meta-Tags sollten im HTML-Code jeder Seite enthalten sein. Sie übermitteln den Suchmaschinen quasi vor dem Auslesen des eigentlichen Inhalts, was auf der Seite zu erwarten ist. Dazu gibt es den Title-Tag (Titel) und den Description-Tag (Kurzbeschreibung des Inhalts). Für den Title-Tag würde ich persönlich den Titel des Jobs empfehlen. Die Länge sollte 60 Zeichen nicht übersteigen. Für die Description kann man die sinngemäße Wiedergabe des Inhalts in max. 160 Zeichen verwenden. Oder man nehme einfach eine von der Länge passende Textpassage, die den Inhalt am besten wiedergibt. Die Meta-Tags werden von den Suchmaschinen neben der Relevanz-Einschätzung zur Gestaltung der Suchergebnisse verwendet. Je sinnvoller und passender zum Inhalt Eure Meta-Tags sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die passenden Interessenten bei Euch landen.

Meta-Tags sind im HR-SEO für eine bessere Online-Sichtbarkeit entscheidend.

Auf keinen Fall sollten Meta-Tags ausgelassen werden. Euer CMS bzw. Jobbörsen-System sollten diese Regel berücksichtigt haben. Fehlen die Meta-Tags, wird die Suchmaschine selbst entscheiden, was an ihrer Stelle angezeigt werden soll. Und das ist meistens Mist. Sieht dann schlimmstenfalls z.B. so aus, wie oben im ersten Screenshot bei VW.

5. Nach der Veröffentlichung der Anzeige zumindest für ein paar externe Links sorgen.

Zum Schluss ein philosophischer Punkt. Inzwischen haben immer mehr Jobbörsen auf Karriereseiten diese schönen Sharing-Buttons, Tweet, Like, G+ und wie sie alle heißen, damit die Besucher die super spannenden Jobs mit Ihren Freunden teilen. Mein Vorschlag – solange Ihr wartet, dass jemand Eure Jobs teilt, macht das doch nach der Veröffentlichung selbst und bittet ein paar Kollegen. Zumindest bei den ganz heißen Positionen. Ein Tweet, ein FB-Share, ein G+ x 3 Kollegen = schon 9 Social-Links. Wow!

Je mehr externe Links auf einen Inhalt verweisen, desto auffälliger und „interessanter“ wird der Inhalt für die Suchmaschinen. Hier könnt ihr also auch etwas zum Erfolg beitragen.

Ansonsten verweise ich gerne nochmals auf den guten SEO-Browser von Domaintools, um einen SEO-Schnellcheck und Verbesserungsvorschläge zu erhalten. Und mit meinem Google Analytics Post seid Ihr dann auch für die Auswertung Eurer Ergebnisse gerüstet. Denn die Beachtung grundlegender SEO-Regeln sollte nach und nach zum Anstieg des Suchmaschinen-Traffic-Anteils bei Euch auf der Seite führen.

Der SEO-Browser von Domaintools kann ein hilfreiches Tool fürs HR-SEO sein.

Ich hoffe, Ihr konntet heute etwas Neues für Eure Praxis lernen und freue mich auf Feedback, Fragen und Vorschläge.