Blog-Artikel von in der Rubrik Karriere-Webseiten 17 Kommentare

Grundlagen: Suchmaschinenoptimierung für Personaler (HR-SEO)

hr seo 5 tipps Grundlagen: Suchmaschinenoptimierung für Personaler (HR SEO)

Vor ein paar Wochen habe ich mit dem Post zur Einbindung von Jobbörsen in Karriereseiten einen häufigen Fehler im Bereich der Suchmaschinenoptimierung angesprochen.  Heute möchte ich gerne eine Stufe zurück gehen und anhand einer einzelnen Anzeige erläutern, worauf man achten sollte, um grundlegende SEO-Potentiale nicht einfach zu verschenken.

Für eine im Web veröffentlichte Anzeige (z.B. auf Eurer eigenen Karriereseite) gelten die gleichen Regeln, wie für eine beliebige Seite, wenn es darum geht, die optimale Lesbarkeit durch Suchmaschinen zu gewährleisten und damit die Wahrscheinlichkeit der Auffindbarkeit zu steigern. Aus meiner Sicht sind zumindest die folgenden fünf Punkte zu beachten, die von großen und kleinen Unternehmen nur vereinzelt bis gar nicht berücksichtigt werden:

1. Jede Stellenanzeige sollte über eine individuelle URL erreichbar sein.

Bei diesem Punkt sind noch viel zu viele Unternehmen Opfer der veralteten oder nicht durchdachten Technologien (z.B. Flash), die für die Jobbörsen auf ihren Seiten verwenden werden. Unnötige visuelle Effekte, “geschmeidige” Aufklapp-Effekte oder Pop-Ups usw. Aber kein intelligenter Unterbau. Nicht gut.

Hier habe ich ein anschauliches Beispiel für Euch ausgegraben. Klickt Euch mal durch die Jobs und achtet auf die URL-Leiste. Versucht auch bitte Jobs von dem Unternehmen bei Google zu finden. Alles Mögliche, nur keine Jobs. Potential verschwendet. (Für die Experten: man findet letztendlich eindeutige Links über den Twitter-Sharing  Button. Aber die sind wohl so in dem Flash-Todes-Stern vergraben, dass Google einfach nicht ran kommt.)

hr seo individuelle URLs Grundlagen: Suchmaschinenoptimierung für Personaler (HR SEO)

2. Sprechende URLs: Der Jobtitel sollte in der URL enthalten sein.

Idealerweise sind die Keywords aus dem Stellentitel drin, zumindest die sinngemäße Übertragung.  Zu viele Hierarchie-Ebenen sollte es auch nicht geben. Ich persönlich mag das z.B. so: http://meineseite.de/jobs/hr-seo-klugscheisser-gessucht-m-w.html. Das ist gut für Suchmaschinen und gut für die Nutzer. Alles easy. Schaut Euch die folgenden Beispiele an. Was erscheint Euch auf den ersten Blick schöner und sinnvoller?! Wobei beim zweiten (besseren) Beispiel der Job selbst schon fast zu “tief” versteckt wurde. Wozu so viele Ebenen – …stellenangebote/stellenangebote/ – häh? Aber besser so, als VW-mäßig.

sprechende urls hr seo Grundlagen: Suchmaschinenoptimierung für Personaler (HR SEO)

3. Deutliche Trennung zwischen der Überschrift der Stellenanzeige und dem Text.

Idealerweise verwendet Ihr für (Zwischen-) Überschriften die Headline Tags. Der Jobtitel sollte mit dem <h1></h1> Tag definiert werden. Das hilft den Suchmaschinen nochmals die Struktur des Inhalts zu verstehen und die Relevanz einzuschätzen. Je nach dem, wie in Eurem Fall Jobs veröffentlicht werden, muss diese Regel in Eurem CMS (bzw. Template) oder in dem Bewerbermanagement-/Jobbörsen-System berücksichtigt sein. Dann sieht es es nämlich so aus.

hr seo überschriften h1 Grundlagen: Suchmaschinenoptimierung für Personaler (HR SEO)

4. Meta-Tags für Titel und Beschreibung müssen vorhanden sein.

Meta-Tags sollten im HTML-Code jeder Seite enthalten sein. Sie übermitteln den Suchmaschinen quasi vor dem Auslesen des eigentlichen Inhalts, was auf der Seite zu erwarten ist. Dazu gibt es den Title-Tag (Titel) und den Description-Tag (Kurzbeschreibung des Inhalts). Für den Title-Tag würde ich persönlich den Titel des Jobs empfehlen. Die Länge sollte 60 Zeichen nicht übersteigen. Für die Description kann man die sinngemäße Wiedergabe des Inhalts in max. 160 Zeichen verwenden. Oder man nehme einfach eine von der Länge passende Textpassage, die den Inhalt am besten wiedergibt. Die Meta-Tags werden von den Suchmaschinen neben der Relevanz-Einschätzung zur Gestaltung der Suchergebnisse verwendet. Je sinnvoller und passender zum Inhalt Eure Meta-Tags sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die passenden Interessenten bei Euch landen.

meta tags hr seo Grundlagen: Suchmaschinenoptimierung für Personaler (HR SEO)

Auf keinen Fall sollten Meta-Tags ausgelassen werden. Euer CMS bzw. Jobbörsen-System sollten diese Regel berücksichtigt haben. Fehlen die Meta-Tags, wird die Suchmaschine selbst entscheiden, was an ihrer Stelle angezeigt werden soll. Und das ist meistens Mist. Sieht dann schlimmstenfalls z.B. so aus, wie oben im ersten Screenshot bei VW.

5. Nach der Veröffentlichung der Anzeige zumindest für ein paar externe Links sorgen.

Zum Schluss ein philosophischer Punkt. Inzwischen haben immer mehr Jobbörsen auf Karriereseiten diese schönen Sharing-Buttons, Tweet, Like, G+ und wie sie alle heißen, damit die Besucher die super spannenden Jobs mit Ihren Freunden teilen. Mein Vorschlag, solange Ihr wartet, dass jemand Eure Jobs teilt, macht das doch nach der Veröffentlichung selbst und bittet ein paar Kollegen. Zumindest bei den ganz heißen Positionen.Ein Tweet, ein FB-Share, ein G+ x 3 Kollegen = schon 9 Social Links. Wow!

Je mehr externe Links auf einen Inhalt verweisen, desto auffälliger und “interessanter” wird der Inhalt für die Suchmaschinen. Hier könnt ihr also auch etwas zum Erfolg beitragen. Doch zu faul? Da kenn ich was ;).

Ansonsten verweise ich gerne nochmals auf den guten SEO-Browser von Domaintools um einen SEO-Schnellcheck und Verbesserungsvorschläge zu erhalten.  Und mit meinem Google Analytics Post seid Ihr dann auch für die Auswertung Eurer Ergebnisse gerüstet. Denn die Beachtung grundlegender SEO-Regeln sollte nach und nach zum Anstieg des Suchmaschinen-Traffic Anteils bei Euch auf der Seite führen.

hr seo browser Grundlagen: Suchmaschinenoptimierung für Personaler (HR SEO)

Ich hoffe, Ihr konnten heute etwas Neues für Eure Praxis lernen und freue mich auf Feedback, Fragen und Vorschläge.

Pic: (CC) BY 2-0 by x-ray delta one 

veröffentlicht am 20. Mai 2014

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Alexander Fedossov

ist Partner und Geschäftsführer bei der Wollmilchsau GmbH.

Wir sind eine Agentur für digitales Employer Branding und HR-Marketing.
Wir entwickeln Personalmarketing-Software, -Auftritte und -Kampagnen.

 
  • Social Signals sind kein Rankingfaktor.
    Und Social Spam, wird nicht gerne gesehen.

    Dazu finde ich die Beispiele mit den URL´s etwas “unglücklich”.

    Denn, überall ist der Titel und die Description zu lang. Das wären auch punkte, die in diesen Artikel rein könnten.

    Ansonsten kann ich dazu gerne mal nen Gastartikel schreiben ;)

    • Hi Sebastian,

      danke für Deinen Beitrag.

      Nun, bei ein paar Social Signals von zwei, drei Kollegen kann man kaum von Spam sprechen. Und was den Ranking-Einfluss von Social Signals angeht, gibt es durchaus gegenteilige Ansichten. Dazu empfehle ich z.B. das Search Ranking Factor Survey von MOZ.com: http://moz.com/search-ranking-factors . Dort werden die Social Signals, allen voran G+, unter den Top Faktoren geführt.

      Bezüglich der Beispiele hast Du sicher Recht. Gar nicht einfach im Fall von Karriereseiten perfekten Beispiele zu finden. Wie eingangs erwähnt, gibt es kaum Unternehmen, die die Grundlagen durchgehen berücksichtigen.

      Die max. Länge für Titel und Description wird im Artikel unter Punkt 4. mit 60 bzw. 160 Zeichen angegeben.

      Schöne Grüße

      Alexander

      • Guest

        Gibt genug berichte die sagen das Social Singals kein Ranking Factor sind.
        Aber lassen wir das.

        Wir versuchen gerade Automatisierte Snippets für die serps zu erzeugen. Klappt eigentlich ganz gut ;)

      • Gibt genug berichte die sagen das Social Singals kein Ranking Factor sind.
        Aber lassen wir das.

        Wir versuchen gerade Automatisierte Snippets für die serps zu erzeugen. Klappt eigentlich ganz gut ;)

        Im Anhang findest du mal einen kleinen Screen aus den aktuellen Serps.

  • Uwe Sunkel

    Guten Beitrag – aber Perlen vor die Säue. Personaler und IT – das geht in hundert Jahren nicht zusammen …

    • Hallo Uwe,

      danke. Es ist nicht ganz einfach, das stimmt. Aber wir arbeiten dran :) Ich “fürchte”, es führt kein Weg dran vorbei. HR muss IT- und Online- affiner werden.

      • Henner Knabenreich

        Muss. Ja. Packen wir’s an! Drei Dinge würde ich noch erwähnen:

        1. Für jede Stellenanzeige eine eigene HTML-Seite. Wenn das nicht geht, auf gar keinen Fall alle Stellen auf einer Seite untereinander platzieren. Da können weder Google noch kimeta & Co. was mit anfangen. Dann doch lieber PDF einsetzen. Diese dann aber so aufbereiten, dass sie auffindbar sind (dafür gilt mehr oder weniger das oben Gesagte – sprich “sprechender” Titel etc.)
        2. Wenn Bilder eingesetzt werden (werden sie ja hoffentlich auf der Karriere-Website und dann sind es hoffentlich keine Stockbilder :-)), diese sinnvoll benennen. Idealerweise schon beim Abspeichern auf der Festplatte. Und dann natürlich beim sog. “ALT-Tag”, also da, wo ich das Bild beschreibe. Denn Google kann zwar viel, aber (noch) keine Bildinhalte interpretieren. Bilder bzw. Bildbeschreibungen haben eine enorm hohe Relevanz für Google.
        3. Und das die Texte so aufbereitet sein sollten, dass sich da relevante Keywords wiederfinden, sollte vielleicht auch noch erwähnt werden. Hier sollte allerdings kein Keyword-Spamming betrieben werden. Ohnehin ist es mittlerweile so, dass sich Google die Ergebnisse aus einem Gesamtkontext “zusammensucht” und Synonyme eine immer bedeutendere Rolle spielen.

        Klasse Artikel, Alex! Ich hoffe nur, dass er erhört respektive gelesen wird. Wenn ich in meinen Workshops auf das Thema SEO zu sprechen komme, schalten die meisten ab und sehen sich nicht dafür verantwortlich ;-). Aber nach dem das Thema Karriere-Website nach wie vor so stiefmütterlich behandelt wird (ich sage nur “Karriere-Button” – http://personalmarketing2null.de/2014/02/13/karriere-websites-diskussion-karriere-button), wird es wohl auch noch dauern, bis “CSO” (Career Site Optimization) in den Köpfen ankommt.

        • Hey Henner,

          danke für die Ergänzungen.
          Ja, mühsam ernährt sich unser HR-Eichhörnchen :)

          • Henner Knabenreich

            Ich sag’s dir. Aber nachdem, was ich gestern wieder erleben musste, wird das Eichhörnchen wahrscheinlich verhungern :-)

          • :D

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