Jobsuchmaschine

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Was ist ist eine Jobsuchmaschine?

Eine Jobsuchmaschine, auch Job-Aggregator genannt, ist eine Metasuchmaschine für online veröffentlichte Stellenangebote. Sie durchsucht verschiedene Quellen wie Jobbörsen und Karriereseiten, erfasst die Stellenangebote und stellt diese in einer stark reduzierten Form im eigenen Suchindex zur Verfügung. Ruft der Jobsuchende einen solchen Eintrag auf, wird er zur ursprünglichen Quelle des Stellenangebots weitergeleitet.

Die Idee hinter der Jobsuchmaschine

Eine Jobsuchmaschine können als “Google für die Jobsuche” bezeichnet werden. Die Idee dahinter ist es, den Jobsuchenden das Aufsuchen unzähliger Quellen zu ersparen und eine möglichst umfassende Auswahl an Stellenangeboten an einem Ort anzubieten. Diese Maschinen wollen also dadurch die Jobsuche zeitsparender gestalten, dass sie die auf dem Online-Arbeitsmarkt vorhandenen Stellen möglichst umfassend bündeln.

Geschäftsmodell

Die Erfassung von Stellenangeboten durch Jobsuchmaschinen, vorausgesetzt es ist technisch möglich, erfolgt in der Regel kostenlos und unaufgefordert. So sind Unternehmen, die das Modell nicht kennen, häufig überrascht und erfreut, dass ihre Stellenangebote ohne ihr Zutun bei der einen oder anderen Jobsuchmaschine auftauchen. Diese kostenlose Indexierung der Stellenangebote ist meistens jedoch nicht besonders erfolgversprechend im Bezug auf den zu erwartenden Rücklauf.

In den Suchergebnissen der Jobsuchmaschinen werden nämlich die Stellenangebote der sogenannten Premium-Partner, also der zahlenden Kunden der Jobsuchmaschinen, erheblich priorisiert. Stellenangebote der Nicht-Kunden werden erst hinter den Stellen der Kunden eingeblendet. Und das ist in der Regel ganz weit hinten.

Premium-Partner verpflichten sich, je nach Jobbörse einen festen oder einen im Rahmen eines dynamischen Auktionsverfahrens festgelegten Preis pro Aufruf zu bezahlen. Man spricht auch von Cost-per-Click. Wird das Stellenangebot eines Premium-Partners von einem Jobsuchenden aufgerufen, fallen Kosten an. Wird das Stellenangebot nicht aufgerufen, fallen entsprechend keine Kosten an.

Am Ende des Monats oder zu einem anderweitig vereinbarten Zeitpunkt wird dann die Anzahl der Aufrufe auf alle indexierten Jobs multipliziert mit dem Preis pro Aufruf dem Premium-Partner in Rechnung gestellt.

Es ist wichtig zu begreifen, dass die Stellenangebote im Fall von Jobsuchmaschinen im Gegensatz zu den Jobbörsen weder einen festen Pauschalpreis, noch eine feste Laufzeit haben. Das Stellenangebot bleibt solange online wie nötig und generiert nur dann Kosten, wenn Ergebnisse, also Aufrufe, generiert werden. Die Anpassung des Preises pro Aufruf ermöglicht dabei die Einflussnahme auf das Ergebnis. Höherer Preis = mehr Rücklauf. Mit entsprechendem Know-how und Erfahrungswerten wird hier die Planbarkeit des Rücklaufs ermöglicht. In diesen Merkmalen ist ein entscheidender Vorteil der Jobsuchmaschinen gegenüber den Jobbörsen begründet.

Der Markt

Die Zahl der Jobsuchmaschinen im deutschsprachigen Raum ist überschaubar. Aktuell wird von etwa 50 aktiven Plattformen ausgegangen. Gemessen an der Bewerber-Reichweite sind darunter ganz wenige wirklich große Marktteilnehmer mit monatlichen Nutzerzahlen in Millionenhöhe und somit auf dem Niveau der großen Jobbörsen. Der Großteil der Jobsuchmaschinen ist somit zwar kleiner, erzielt in der Gesamtheit aber eine erhebliche Bewerber-Reichweite.

Job-Metasuchmaschinen agieren am liebsten als Großhändler für diese Bewerber-Reichweite. Nur die ganz Großen arbeiten direkt mit den Endkunden zusammen, sprich mit den Unternehmen. Endkundenservice und -Vertrieb bedeuten nämlich einen erheblichen finanziellen Aufwand, den die Jobsuchmaschinen vermeiden wollen. Sie konzentrieren sich lieber auf die Technologie hinter ihren Crawlern und Suchalgorithmen sowie auf die permanente Steigerung der Reichweite. Die meisten Jobsuchmaschinen sind daher daran interessiert, mit nur wenigen großen Premium-Partnern zu arbeiten.

Die größten Kunden der Jobsuchmaschinen sind aus diesem Grund die Jobbörsen. Diese kaufen den Rücklauf auf Ihre Stellenanzeigen auf der Cost-per-Click-Basis ein und rechnen beim Endkunden auf Basis von Festpreisanzeigen ab. Manche Jobbörsen kaufen so bis zu 50% ihrer Reichweite bei Jobsuchmaschinen ein.

Für kleine und mittlere Unternehmen mit einem moderaten Jobvolumen war es bis vor Kurzem kaum möglich, direkt mit Jobsuchmaschinen zu arbeiten und von dem flexiblen, ergebnisbasierten Abrechnungsmodell zu profitieren. Der Markt befindet sich allerdings im Wandel. Große Jobsuchmaschinen wie Indeed bieten nun auch den Unternehmen direkt die Vermarktung ihrer Stellenangebote auf Cost-per-Click-Basis an. Spezialisierte Jobsuchmaschinen-Multiposting-Lösungen wie z. B. der Jobspreader bündeln in einem Netzwerk alle relevanten Jobsuchmaschinen und promoten dort die Stellen ihrer Kunden im Rahmen von gemanagten Kampagnen. Die Abrechnung erfolgt auch hierbei auf Cost-per-Click-Basis.

Ausblick

Die weitere Entwicklung der Jobsuchmaschinen ist nicht einfach vorauszusagen. Da es Metasuchmaschinen sind, widerspricht eine ausufernde Zahl von Marktteilnehmern der Grundidee. Es ist eher zu erwarten, dass die Zahl der Marktteilnehmer stabil bleibt. Der Wettbewerb um die Bewerber-Reichweite wird sich insgesamt zuspitzen. Das versetzt die Jobsuchmaschinen in eine komfortable Lage, da sie Experten für die Generierung der Reichweite sind. Jeder Marktteilnehmer, der über eine relevante Reichweite verfügt und diese aufrechterhalten kann, wird sie auf dem Markt auch ohne Probleme an den Mann oder die Frau bringen können – und das trotz der deutlich anziehenden Preise.

Es werden hin und wieder neue Anbieter auftauchen, die mit besserer Technologien und intelligenten Marketing-Strategien einen kleinen Vorsprung vor den anderen Mitspielern zu erzielen versuchen werden.

Unternehmen werden das von den Jobsuchmaschinen vor Jahren eingeführte flexible auf dem Ergebnis basierende Abrechnungsmodell (Cost-per-Click) zunehmend für sich entdecken. Spezialisierte Lösungen und Dienstleister werden den Zugang zu diesem Modell weiter vereinfachen und um zusätzliche sinnvolle Services erweitern.

Weblinks

Wollmilchsau-Blog: Was sind eigentlich Jobsuchmaschinen
online-recruiting.net: Was ist eine Online-Jobsuchmaschine
Crosswater Job Guide: Jobsuchmaschinen, Job Aggregators alle Länder
online-recruiting.net: Jobsuchmaschinen – Einführung, Definition, Funktionsweisen, Linklisten