Gamification (im Recruiting)

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Was ist Gamification?

Der Begriff Gamification leitet sich vom englischen Wort „Game“ (zu dt. „Spiel“) ab und steht für die Übertragung von spielerischen Elementen auf einen neuen, spielfremden und zumeist digitalen Kontext. Neben dem Spieldesign werden auch verschiedene Prinzipien und Mechaniken aus dem Gaming-Bereich übernommen, um bestimmte Motivationen und Verhaltensweisen zu fördern. Ziel ist es, die Bereitschaft zur Beteiligung und die Interaktion mit der Zielgruppe zu steigern.

Spieltypische Elemente

Je nach Anliegen können Prozesse mit verschiedenen spieltypischen Elementen verknüpft werden wie beispielsweise mit:

  • Ranglisten oder Highscores
  • Erfahrungspunkten
  • Fortschrittsbalken
  • virtuellen Gütern etc.

Gamification kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn bestimmte Aufgaben entweder als sehr komplex und kompliziert oder als unattraktiv und langweilig empfunden werden. Unter Ausnutzung des Spieltriebs der Menschen soll ihr Ehrgeiz geweckt und das Engagement verbessert werden. Auch der Spaßfaktor darf nicht zu kurz kommen. Langfristig sollen durch diese Mittel Durchhaltevermögen und Motivation gestärkt werden.

Einsatz von Gamification im Recruiting

Das Konzept Gamification wird im Recruiting und Personalmarketing gern zur Steigerung des Bewerberinteresses an einem Unternehmen als Arbeitgeber eingesetzt. Auch zur Bindung von Bewerbern (und später auch der Bindung von Mitarbeitern) an die Arbeitgebermarke kann sie zum Einsatz kommen. In einzelnen Prozessen oder Projekten kann so zu einer positiven Markenwahrnehmung beigetragen werden.

Es sind verschiedene Möglichkeiten denkbar, Gamification in HR-Prozesse einzugliedern. Dazu zählt auf Bewerberseite vor allem der Bewerbungsprozess, bei dem etwa Fortschrittsbalken durch den gesamten Prozess führen können. Das Ziel im Blickfeld des Bewerbers zu halten, stärkt den Fokus und die kontinuierliche Fortschrittsanzeige sorgt nicht nur für ein realistisches Erwartungsmanagement, sondern auch für kleine Erfolgserlebnisse beim Bewerber. Zudem wird dem Kandidaten suggeriert, dass er vom Unternehmen durch den Prozess begleitet wird.

Auf Seiten der Recruiter könnte der Wettbewerb z.B. mit Belohnungen und ähnlichem angeregt werden. Das gilt jedoch nicht nur für „Einzelkämpfer“ – auch für Teams loht sich der spielerische Ansatz. Besonders gut eignet sich diese Herangehensweise auch für Lernprozesse wie Fortbildungen.

Gamification steht in engem Zusammenhang mit aktuellen Entwicklungen im Bereich Health & Fitness. Hier werden zur Messung häufig sogenannte Tracker, also elektronische Messgeräte, eingesetzt, die der Anwender rund um die Uhr bei sich trägt. Solche Ansätze sind auch für Unternehmen interessant. Aus datenschutzrechtlichen Gründen sollte diese Art von Anwendungen jedoch nicht unbedacht eingesetzt werden.

Weblinks

Gabler Wirtschaftslexikon: Gamification
Spiegel Online: Gamification – Wie Spiele das Leben leichter machen