Job Rotation

Definition: Was ist Job Rotation?

Job Rotation versteht sich ebenso wie Job Enrichment und Job Enlargement als eine Maßnahme der Arbeitsstrukturierung, in der ein:e Arbeitnehmer:in verschiedene Jobpositionen im Intervall ausübt, also ein systematischer Arbeitsplatzwechsel stattfindet. Job Rotation wird besonders häufig bei großen Firmen und in der Fertigungsindustrie angewandt. Abgrenzend zu einem internen Stellenwechsel findet eine Job Rotation innerhalb gleichrangiger Berufe statt und ist fortlaufend.

1. Welche Modelle der Job Rotation gibt es?

2. Vorteile der Job Rotation

3. Nachteile der Job Rotation

4. Wie oft soll in einer Job Rotation rotiert werden?

5. Job Rotation im Vergleich zu Job Enrichment und Job Enlargement

6. Beispiele für Job Rotation

Welche Modelle der Job Rotation gibt es?

Job Rotation lässt sich grob in die Modelle Positionsrotation und Taskrotation (Aufgabenrotation) unterteilen, wobei in beiden Modellen weitere Unterschiede je nach Nutzen gemacht werden.

Position Rotation

Unter Position Rotation fallen alle Modelle der Job Rotation, in welchen die betreffende Person mit anderen Positionen im Unternehmen rotiert.

Berufseinstiegsformen und Management Development: Sowohl bei Ausbildung, Onboarding und Traineeprogrammen als auch im Management zur Vorbereitung einer höheren Position dient die Job Rotation dazu, dass man verschiedene Aufgabenbereiche im Unternehmen kennenlernt, sich neue Fähigkeiten aneignet und ein Verständnis der Arbeit anderer Kolleg:innen bekommt.

Mitarbeiter-Job Match: Bei einem Mitarbeiter-Job Match werden Mitarbeiter:innen gezielt in verschiedenen Positionen rotiert und die Leistung und Zufriedenheit in der jeweiligen Position gemessen. Ziel ist, für jede Position die passende Besetzung zu finden und unbekannte Stärken einzelner Mitarbeiter:innen zu erkennen.

Location-Rotation: Sowohl für geplante Auslandseinsätze als auch um an verschiedenen Standorten im Inland kurz- oder längerfristig eingesetzt zu werden, rotiert nicht direkt die Position, sondern der Standort. Dies wird von großen internationalen Unternehmen ebenso praktiziert wie etwa von Gastronomiebetrieben mit mehreren Standorten.

Task Rotation

In der Task Rotation ändert sich die Aufgabenbereiche in der Position, nicht aber die Position selbst. Task Rotation wird oftmals in Berufen mit hoher Monotonie wie etwa in der Fertigungsindustrie angewandt, um mögliche Fehler durch Unaufmerksamkeit vorzubeugen. Ebenso werden Aufgaben in Berufen rotiert, die eine hohe einseitige muskulöse Belastung verlangen.

Auch findet man Task Rotation in der Schnellgastronomie, in welcher ein:e Angestellte:r sowohl Aufgaben in der Küche als auch an der Kasse in Rotation übernimmt sowie in Supermärkten mit Aufgabenbereichen im Lager und an der Kasse.

Vorteile der Job Rotation

Zum einen ist die Job Rotation auf lange Sicht äußerst profitabel, da sich mit der passenden Rotation das perfekte Match finden lassen kann. Bedeutet, es lässt sich für alle Arbeitnehmer:innen eine Position finden, in der er oder sie am besten performt. Zum anderen mindert beispielsweise eine Task-Rotation deutlich das Risiko von Personalengpässen, da bei Ausfall einer Arbeitskraft, die anderen Kolleg:innen diese Arbeit mit übernehmen können.

Außerdem liefert die Job Rotation wichtige Erkenntnisse für Arbeitgeber, wie hoch die Auslastung innerhalb einer Position ist und wie profitabel sie ist, da dank Job Rotation diese Information nicht am einer Person, sondern am Durchschnitt verschiedener Personen gemessen wird.

Im Recruiting lässt sich Job Rotation als Benefit einer Stellenanzeige auflisten, da Arbeitnehmer:innen in diesem Modell der Arbeitsplatzgestaltung Vorteile sehen. Dies wirkt sich positiv auf die Arbeitgeberattraktivität aus.

Konkrete Vorteile der Job Rotation für Arbeitnehmer:innen sind eine höhere Motivation bei der Arbeit, da sich die Beschäftigung immer wieder ändert und somit nicht eintönig wird. Auch bringt die Job Rotation ein besseres Verständnis für andere Berufe und Positionen innerhalb eines Unternehmens, was zu weniger Konflikten führt.

Besonders bei Task Rotation mindert man das Risiko von gesundheitlichen Problemen, da bei verschiedenen Tasks auch verschiedene Muskeln beansprucht werden.

Nachteile der Job Rotation

Job Rotation bietet sich nicht für alle Unternehmen und Positionen an. Ein:e Pilot:in kann beispielsweise nicht mit anderen Kolleg:innen rotieren, da jede Position einen anderen Flugzeugtypen betrifft, welcher eine eigene Ausbildung verlangt.

Auf kurze Sicht ist eine Job Rotation sehr kostenintensiv, da mit jeder Rotation die Person eine erneute Einweisung benötigt beziehungsweise sich zunächst auf die neue Position einstellen muss. Im Falle eines Mitarbeiter-Job Matches ist das Ziel zwar Effizienz und Kostenersparnis, während der Rotation ist aber das Gegenteil der Fall. Des Weiteren verlangt ein Mitarbeiter-Job Match eine ausführliche Dokumentation und Auswertung, was zusätzlichen Aufwand und Kosten bedeutet.

Auch verlangt eine Job Rotation sehr viel organisatorischen Aufwand, da unvorhergesehene Ereignisse wie das Fehlen einer Person sowie unterschiedliche oder unmögliche Leistungen einzelner Mitarbeiter:innen aufgrund von demografischen Merkmalen und Behinderungen berücksichtigt werden müssen.

Wie oft soll in einer Job Rotation rotiert werden?

Die Beantwortung der Frage nach der Häufigkeit der Job Rotation hängt sehr stark vom Modell der Job Rotation sowie dem Ziel der Job Rotation und der Anstrengung der Beschäftigung ab. Bei einer Task Rotation wird gewöhnlich mehrmals pro Tag rotiert oder je nach Belastung sogar minütlich. Bei einer Position Rotation hingegen findet die Rotation teils unregelmäßig und meist in einem Rhythmus von Wochen oder Monaten statt, je nach Notwendigkeit.

Job Rotation im Vergleich zu Job Enrichment und Job Enlargement

Job Rotation wird ebenso wie Job Enrichment und Job Enlargement als Maßnahme der Arbeitsstrukturierung angewandt. Die Job Rotation unterscheidet sich aber merklich von den anderen beiden Maßnahmen, da sich hier nicht die Aufgabe ändert, sondern die Mitarbeiter:innen rotieren. Während Job Enlargement und Job Enrichment fast ausschließlich als Mittel zur Motivationssteigerung verstanden werden, hat Job Rotation mehrere Vorteile für den Arbeitgeber und ist daher die bekannteste und am häufigsten verwendete der drei Maßnahmen unter deutschen Arbeitgebern.

Vergleich von Job Rotation, Job Enrichment und Job Enlargement

Job Rotation im Vergleich zu Job Enlargement und Job Enrichment

Beispiele für Job Rotation

Job Rotation in der Pflege – DRK Kliniken Berlin

An zwei Standorten in Berlin bietet das DRK eine Job Rotation als Mischung aus Location-Rotation und Mitarbeiter-Job Match an. Die Mitarbeitenden werden an beiden Standorten in verschiedenen Positionen eingesetzt, mit dem Ziel, jeweils die passende Position und Station in der Pflege zu finden. Nicht nur die passende Besetzung, sondern auch die Motivation der Mitarbeiter:innen ist ein Ziel.

Job Rotation im Konzern – Lidl Internationale Job Rotation

Lidl bietet für Führungskräfte und Mitarbeiter:innen mit vergleichbarer Position eine Job Rotation im Ausland als Management Development an. In ein- oder zwei Jahren lassen sich Sprache, Kultur und neue Fähigkeiten für die weitere Karriere in einem von 29 Ländern erfahren und ausbauen.

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