Der Wandel zum Arbeitnehmermarkt

Definition: Was ist ein Arbeitnehmermarkt?

Gleich vorweg eine Definition: Der Arbeitnehmermarkt ist das Gegenteil vom Arbeitgebermarkt und eine Spezifizierung des Arbeitsmarktes. Ein Arbeitnehmermarkt herrscht, wenn es mehr Nachfrage nach Arbeitskräften als Angebot an verfügbaren Arbeitskräften (Arbeitslose, Wechselwillige) mit entsprechender Qualifizierung gibt. Ein Arbeitnehmermarkt muss nicht die ganze Bundesrepublik und die gesamte arbeitende Bevölkerung betreffen, sondern kann sich auf eine spezielle Arbeitsmarktregion oder eine spezielle Berufskategorie beziehen. 

Bei einem Arbeitnehmermarkt haben die Arbeitnehmer einen Vorteil, da sie ein rares Gut sind und somit Forderungen an den Arbeitgeber stellen können. Ein Arbeitnehmermarkt entsteht durch zunehmenden Fachkräftemangel. 

Aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt

Allem Anschein nach befinden wir uns tatsächlich in einer Phase der Entwicklung des Arbeitsmarktes, in der sich „das Sagen“ von der Seite der Arbeitgeber auf die Seite der Arbeitnehmer verlagert; und das nicht erst seit gestern. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe, demographische, wirtschaftliche, strukturelle, technologische und gesellschaftliche. 

Einige Arbeitgeber wollen dies nicht so wirklich glauben. Die Arbeitnehmer selbst sind sich dessen vermutlich auch nur bedingt bewusst. Eine allgemein gültige statistische Kennzahl, die diese Entwicklung stichfest beweisen könnte, existiert ebenfalls nicht. Und dennoch scheinen sich alle Experten und Praktiker aufgrund ihrer Erfahrungen und der Erfahrungen anderer einig zu sein. Die Arbeitnehmer dominieren (gefühlt) in einem zunehmenden Maße den Arbeitsmarkt. Die Arbeitgeber müssen sich sputen. 

In der 2017 erschienenen MRINetwork Recruiter Sentiment Study visualisiert das international tätige Personalberatungs-Unternehmen das entsprechende Gefühl unter Recruitern, Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Die Frage, ob wir uns in einem Arbeitgeber- oder Arbeitnehmer-Markt befinden, ergab folgendes Bild: 

Umfrage ob wir uns in einem Arbeitnehmermarkt befinden.

 

Für Recruiter scheint die Frage leicht zu beantworten wohingegen Arbeitnehmer und Arbeitgeber sich schwertun aber entgegengesetzt mehr zu einem Arbeitgebermarkt tendieren. 

Doch was bedeutet das denn nun? Wo befinden wir uns wirklich? 

Meine These: Alles nur Hype, Panikmache, Blödsinn. Es gibt in Wirklichkeit genug Kandidaten (auch Fachkräfte), man muss sie nur erreichen. Wir befinden uns also weiterhin in einem Arbeitgebermarkt, wo die Arbeitgeber alles bestimmen, genau wie vor 20, 30, 40 Jahren. Der Kandidat bzw. der Arbeitnehmer betrachtet ein Unternehmen bzw. sein Arbeitsverhältnis heute mit anderen Augen als gestern. Die Bindung an den Arbeitgeber nimmt von Generation zu Generation tendenziell ab. Laut gleicher 2 Jahre zuvor erschienenen Umfrage wechseln Millennials (1980+) häufiger ihren Arbeitgeber als die Generation X (1960+), die wiederum häufiger als die Babyboomer (1945+). 

Einer kürzlich erschienen Gallup Umfrage nach haben sogar stolze 21% der befragten Millennials angegeben, innerhalb des vergangenen Jahres Ihren Job gewechselt zu haben. Dreimal so viele wie der Rest der Befragten. 

jobwechsel_millenials_generation_X

 

Und warum wechseln Sie ihren Job? 

  1. Weil es ihnen bei Euch nicht gefällt 
  1. Weil sie es sich heute leisten können 
  1. Weil sie, trotz eines Arbeitsverhältnisses mit Euch, Kandidaten für Unternehmen bleiben, die in der Welt des Arbeitnehmermarktes angekommen sind 

So raten die Verfasser dieser Auswertung entsprechend: 

First of all, make sure their first year at your company is awesome. They will never be at greater risk of leaving then in the first year. 

Nehmt Euch den Rat zu Herzen.  

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