Blog-Artikel von in der Rubrik Personalmarketing 26 Kommentare

LinkedIn überholt Xing in Deutschland

xing uberholt linkedin 14 LinkedIn überholt Xing in Deutschland

Etwas unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit (oder zumindest von uns) veröffentlichte Meedia vor ein paar Wochen das Ranking der Sozialen Netzwerke in Deutschland in September. Das Ranking baut auf den Besucher-Hochrechnungen von SimilarWeb auf. Das Hauptaugenmerk des Artikels richtete sich auf den oberen Berich des Rankings, wo sich “der Kampf” zwischen Facbeook, Twitter und Google Plus abspielt. Nun, der ist natürlich entschieden. Da gibt es verhältnismäßig wenig Neues.

xing vs linekdin traffic 14 LinkedIn überholt Xing in Deutschland

Nun, das wirklich Spannende passiert im unteren Bereich der Top 10. Mir ist aufgefallen, dass LinkedIn bei den Besucherzahlen inzwischen offenbar vor Xing liegt. Es gab ja in den vergangenen Monaten zahlreiche Spekulationen, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis LinkedIn auch in Deutschland die Vorherrschaft übernehme. Dieser Zeitpunkt scheint nun erreicht zu sein.

Auch wenn die SimilarWeb Schätzungen nicht 100% den offiziellen Zahlen und die Besucherzahlen nicht exakt den Mitgliedszahlen entsprechen, dürften wir bei den vorliegenden Größenordnungen einen recht zuverlässigen Trend haben. Wir haben uns die Entwicklung im Detail angeschaut und eine kleine interaktive Grafik für den Zeitraum November 2013 – November 2014 zusammengestellt. Danach hat LinkedIn irgendwann im Sommer Xing überholt und generiert seitdem zunehmend mehr Besucher. Die Wachstumsdynamik von Xing fällt vergleichsweise flach aus.

Laut offiziellen Mitgliedszahlen, die im Laufe des Jahres von den beiden Netzwerken kommuniziert wurden, dürfte sich LinkedIn bei den Mitgliedschaften noch minimal hinter Xing sehen. Allerdings scheint mir die Frage nicht uninteressant, wie man Mitglieder bewerten soll, deren Bereitschaft, das Netzwerk zu besuchen, abnimmt. Hier muss sich Xing meiner Meinung nach etwas einfallen lassen, wenn sie den Trend umkehren wollen.

Loben möchte ich Xing dennoch. Die Qualitätsindikatoren (Aufenthaltsdauer, Seiten/Besuch, Absprungrate) von Xing (6:37, 5.39, 35.47%) haben ich im Jahresvergleich deutlich verbessert und fallen inzwischen besser als bei LinkedIn (5:29, 5.03, 34.29%) aus, wie Ihr dem Chart C unserer Grafik entnehmen könnt. Letztes Jahr fielen die Werte im November bei Xing  (4:08, 4.17, 55.19%) noch schlechter als bei LinkedIn  (4:19, 4.68, 40.89%) aus. Sattelt man bei Xing bewusst auf Qualität um, da der Kampf um reine Reichweite und Mitglieder kaum zu gewinnen ist?

Was erwartet Xing in den kommenden Jahren? Welche Optionen hat Xing aus Eurer Sicht, um in absehbarer Zeit nicht vollständig von LinkedIn überrollt zu werden? Bin sehr auf Eure Meinungen gespannt.

Pic: (CC) BY 2.0 by JD Hancock

veröffentlicht am 10. Dezember 2014

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Alexander Fedossov

ist Partner und Geschäftsführer bei der Wollmilchsau GmbH.

Wir sind eine Agentur für digitales Employer Branding und HR-Marketing.
Wir entwickeln Personalmarketing-Software, -Auftritte und -Kampagnen.

 
  • Eva Zils

    Hallo – besonders interessant ist ja auch dieser Trend: http://www.google.com/trends/explore#q=xing%2C%20linkedin&cmpt=q

  • Eva Zils
    • Daniel

      relevant ist da eher deutschland…

  • Hoi zämä, nun gross überraschen tut mir das nicht wirklich. ich war viele jahre premium mitglied, aber nachdem xing in diesem jahr die preise einfach mal so fast verdreifacht hat (weil es die kunden so gewünscht haben) habe ich das abo nicht mehr verlängert – und wo täglich bei xing war, bin ich jetzt 1x im monat wenn überhaupt. mein fokus hat sich ganz klar auf linkedin verlagert. und so wie ich haben viele kollegen auch reagiert…
    klassisches selberschuld sag ich da nur

    • Rebecca Maschke

      Der Preis für die Premium-Mitgliedschaft ist bei mir gleich geblieben: Oder meinst du die Preise für Unternehmens-Kunden?

      • Oliver Gassner

        Er meint: “Für Schweizer Kunden mit den Preisen von 2008.” ;)

      • nein premium

  • Ich bin auf beiden Platformen angemeldet, finde Xing aber viel angenehmer. Das User Interface und die komplette user experience finde ich bei Xing sehr gelungen. Viel besser als bei LinkedIn. Allerdings sind dier Xing user nicht besonders “interactive”. Xing müsste sich etwas einfallen lassen um die User zu mehr interaktion zu bewegen.

  • Jürgen Binnebößel

    Etwas verwirrend, der Artikel – wenn ich mir die Zahlen anschaue. Aber vielleicht miss-interpretiere ich da ja auch etwas.
    LinkedIn: 11 Mio, Zuwachs von 3,36 Mio im Vergleich zu 2013
    XING: 7,94 Mio, Zuwachs von 1,13 im Vergleich zu 2013

    Rechne ich jetzt durch einfache Differenz die Zahlen von 2013 aus, komme ich auf folgende Werte:
    LinkedIn: 7,64 Mio
    XING: 6,81 Mio

    Das scheint mir doch so zu sein, dass LinkedIn auch schon vor einem Jahr mehr Besuche hatte als XING. Oderrrrr??

    Bin ich da jetzt mathematisch falsch gepolt oder ist es im Moment “in”, LinkedIn aus welchen Gründen auch immer nach vorne zu pushen?

    Ich kann auch nur sagen, dass die Arbeit auf XING um viele Potenzen angenehmer und schneller vonstatten geht auf LinkedIn. So ein TalentManager Zugang kostet zwar viel Geld – aber das ist es mir wert.

    • Hallo Herr Binnenbößel,

      ich verstehe, was Sie meinen. Die Zahlen und Hochrechnungen in dem Ranking (erstes Bild) kommen aus einem anderen Artikel (MEEDIA). Ich kann ihnen nicht sagen, wie diese genau zustande gekommen sind. Durch dieses Ranking bin ich lediglich auf die Idee gekommen, die Zahlen genauer zu untersuchen. Ansonsten finden die MEEDIA Zahlen in unserem Artikel keine Verwendung.

      Nach unserer eigenen Erhebung, die ich dagegen nachvollziehen kann, gab es einen Trendwechsel im Sommer 2014. Dieser Trendwechsel scheint eine endgültige und nachhaltige Tendenz zu besitzen. Und darum geht es eigentlich.

      Ansonsten geht es uns hier gewiss nicht um Puschen. Wir beobachten, berichten und stoßen Diskussionen an. Wir wünschen beiden Unternehmen alles Gute :)

      Viele Grüße

      • Jürgen Binnebößel

        Danke für die schnelle Antwort. Das mit dem Pushen hätte mich auch gewundert :-)

        Ich finde, wir können froh sein, dass wir in D zwei große Player haben. Hoffen wir, dass es noch ein bisschen so bleibt und nicht irgendwann beispielsweise LI XING kauft…

  • Jens

    Wo kommen denn diese Zahlen her?!

    • Hallo Jens,

      die Zahlen kommen von SimilarWeb. Steht im Artikel und im Chart.

      • Oliver Gassner

        Anders gesagt; sie sind ausgerechnet, nicht gemessen, gell? Worauf beruhen sie denn?

        • Ganz richtig. Hochrechnung heißt ausgerechnet und nicht gemessen. Funktioniert so: http://www.similarweb.com/ourdata

          • Oliver Gassner

            Habs mal rauskopiert:

            [1] Panel of Web Surfers – Our User Panel is the largest panel in the industry (tens of millions). Panel data is collected from tens of thousands of browser plugins, desktop software, and mobile apps.

            Ist also ein bisschen wie alexa, und da wissen wir ja, das das recht wilde daten erzeugt.

            [2] Global Internet Service Provider – We also collect data from local Internet Service Providers (ISPs) in many countries.

            Solange sie für XING auch Akamai abfragen …

            [3] Direct Measurement – We have directly measure web traffic from tens of thousands of websites that share their data with SimilarWeb. When directly measured data is available it replaces our estimations to give unparalleled accuracy within our platforms. We also use this data to create highly accurate estimation algorithms.

            Ich gehe davon aus, dass börsennotierte Untrenehmen hier zurückhlatend sind.

            [4] Web Crawlers – Our web crawlers scan every public website to create a highly accurate map of the digital world.

            Naja ;)

  • Oliver Gassner

    Eventuell ist aufgefallen, dass XING vieles, was früher über Seitenabrufe mit CSS-Popups erledigt. Ich halte es auch frü eien Qualität, dass man dort offenbar seien Ziele mit weiger Klicks erreicht. Ich kenn auch keine der sagt: Mein Busnessziel ist, bei XING möglichst viele Seiten aufzurufen. Sollte man mal so im KOpf haben. wenn weniger deutsche Mitglieder bei linkedin massiv mehr Seiten aufrufen müssen, um sich zurechtzufinden … hm ,)

    • Hört sich interessant an die Theorie. Wenn da nicht der starke Anstieg der Seiten/Besuch gerade bei Xing wäre :)

      • Oliver Gassner

        Die haben (v.a. auch seit den TV-Spots) auch ne ganze Menge MItglieder mehr ;) . Problem ist eher, dass z.B. XING ‘Mitglieder’ kommuniziert und andere Netzwerke ‘aktive Mitglieder’. (Wie es bei Linkedin ist, weiß ich nicht grade.) Aber solange nicht klar ist, wie diese Agentur ihre daten erhebt ist das eh alles auf Sand gebaut. Ich muss auch noch mal vergleichen, aber bei XING wird mein profil ca 10* öfter abgerufen als bei LInkedin, trotz grob ähnlicher (Ticker-)Aktivität. OK bei Gruppenposts events (Events gibt es bei LI nicht) ist es anders, das sollte aber keine Größenordnung ausmachen. 8Bei XING macht aktivität ca 75% der Profilbesuche aus und mein LI-Netzwerk ist 1/3 kleiner (qualitativ aber weniger selektiert) als das bei XING…)

        • Hi Oliver,

          dass Hochrechnungen nicht 100% exakt sind, brauchen wir gar nicht zu diskutieren. Das sind übrigens nicht mal Messungen mit Google Analytics und Co. Ich denke allerdings, dass die Hochrechnung hier absolut ausreicht, um zu sehen, was da passiert. Und darum geht’s.

          Ich persönlich mag die Oberfläche von Xing auch besser. Ob das alleine ausreicht, um den Trend umzukehren, wage ich zu bezweifeln. Xing muss sich was einfallen lassen.

          • Oliver Gassner

            Und worauf basieren die? Die Hochrechnungen?

          • Oliver Gassner

            Guck dir mal den aktienkurs von XING an in den letzen 2 Jahren seit der neuen Leitung (und gern auch die Unterschiede im aktienstand zwischn Lars Hinrichs und Stefan Groß-Selbeck). Ich gehe mal davon aus, dass die ‘Märkte’ da die Konzepte honotieren. Der neuste ansatz von XING eben nicht nur Adressbuch, Akquise- und Jobtool zu sein sondern langfristig das “ganze Arbeitsleben” (in eine ‘zweinullige Richtung hin’) zu ‘supporten’, scheint mir sinnvoll. Über andere Konzepte darf ich zum teil leider nix sagen, aber geh mal davon aus, dass unter dem Teil des eisbergs, den du siehst, schlaue Leute an umsetzbaren Konzepten arbeiten. Allein wenn du dir die Usability vin XING vs. Linkedin anguckst, sieht man da ne Menge. ich hab erst gestern wieder mit jemand telefoniert, er irgendwo nicht durchgestiegen ist – bei Linkedin wär der komplett verloren.

      • Oliver Gassner

        Äh, um grob 100000 gefallen ist die Seiternabrufzahl bei Xing von Nov/Nov. Wenn die Zahl pro Besuch steigt, ok das hieße, dass bei weniger Besuchen mehr seiten abgerufen werde. Wobei es eben Pageviews sind und wieder nicht Visits UND die Zahlen eben nicht von denen stammen, die auch die Serverlogs haben. An sich ist das ein Kaffeesatzlevel, bei dem sich an sich jede intellektuelle Anstregung verbitetet ;) Man sllte lieber mal ne Umfrage machen, wieviel Umsatz die leute initiiert/ Jahr durch die Plattform machen. Von mir aus Freiberufleroder KMUs, die das ggf sogar bezifern können und sehen, woher ein Lead kam. Bei mir liegt der Linkedinumsatz stabil bei 0. es hat sich etzt was ergeben, mal sehen ob das was wird.

  • Sven Konzack

    1. SimilarWeb ist nett ausgedrückt “einfach schlecht”. Als Beispiel: Für unsere Jobbörse Timeworkers werden ein Drittel der wirklichen Visits angezeigt, welche mir in Google-Analytics ausgegeben werden. Andererseits werden bei anderen Seiten 50% und mehr Visits ausgegeben, obwohl ich weiß das dies nicht stimmt. Die Zahlen sind komischerweise nur dann relativ genau, wenn diese Zahlen von AGOF oder IVW veröffentlicht sind.

    Dieses Tool ist so extrem schlecht, das man auf absolut keine einzige der dortigen Zahlen etwas geben sollte.

    2. Xing.de ist in vielerlei Hinsicht einfach besser. Ob es das Design ist, die Usability, der schnelle Zeitintervall mit welchem neue Produkte zur Verfügung gestellt werden, oder als Beta-Test bereit gestellt werden.

    Ich weiß nicht in wie vielen Jahren LinkedIn dies jetzt aufholen soll.

    3. Es ist auch das alte Spiel. Google-Plus hatte ja angeblich auch einen enormen Nutzeranstieg gegenüber Facebook, allerdings wissen wir ja alle das es sich dabei halt um neue Accounts handelt und nicht um “nutzende” Nutzer.

    So ist es ähnlich bei LinkedIn.de. Viele haben einen Account (ich eingeschlossen) aus neugier (oder Gruppenzwang :) ), nutzen diesen aber fast nie, da unzufrieden, Zeitmangel oder zu stressig in zwei Business-Netzwerken gleichermaßen aktiv präsent zu sein. Gerade was Gruppen und Co. angeht, wird LinkedIn wahrscheinlich Xing in Jahren noch nicht das Wasser reichen können.

    • Hallo Sven,

      danke für Deinen Beitrag.

      Bei den Punkten 2. und 3. kann ich nichts hinzufügen.

      Bei dem Punkt 1. kann ich nicht uneingeschränkt zustimmen. Wir arbeiten sehr viel mit diesem Tool und haben oft die Möglichkeit, die Richtigkeit der Zahlen auf der anderen Seite zu überprüfen.
      Ich bin oft erstaunt, wie genau die Zahlen von SimilarWeb sind.

      Zwei Dinge sollten beachtet werden. a) Die kostenlose Version von SimilarWeb ist oft nicht sonderlich genau. b) Bei Seiten mit geringem Traffic (wenige Tausend) kann es zum Teil Abweichungen in der von Dir erwähnten Größenordnung geben. Ich bin mir recht sicher, dass es wesentlich einfacher ist die Besucherzahlen mit einer Genauigkeit von +/- wenigen Prozent von Seiten im Millionenbereich zu schätzen, als von Seiten mit wenigen Hunderten oder Tausenden Besuchern.Das liegt an der Größe der Stichproben, die zur Schätzung herangezogen werden können (Gesetz der großen bzw. der kleinen Zahlen).

  • Stephan Mayer

    Wer jedoch darauf angewiesen ist, internationale Kontakte zu knüpfen, kommt um einen LinkedIn-Account schon lange nicht mehr herum. Neben den USA und anderen europäischen Ländern wächst die Zahl der LinkedIn-Nutzer im Moment gerade besonders schnell in Asien und dort vor allem in China. Darauf weise ich auch im Rahmen eines Blogbeitrags hin: http://socialmedia-blog.net/china/bessere-ausbildung-mehr-linkedin-nutzer/

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