Bewerbungsdauer: Liebe Unternehmen, kommt mal in die Puschen!

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Aus dem Hause softgarden erreichen uns News rund um die Einschätzung des Bewerbungsprozesses! Bei der Studie Bewerbungsreport – Wie nehmen Kandidaten aktuell Recruitingprozesse wahr? haben über 6500 Teilnehmer mitgemacht und ihre Meinungen zu Themen wie Zufriedenheit mit Recruitingprozessen, Bewerbungsdauer oder bevorzugte Bewerbungswege kundgetan. Dabei zeigt sich wieder: Unternehmen, die über komplizierte und vor allem langsame Prozesse verfügen, verlieren nicht nur Kandidaten, sondern auch an Ansehen – und im schlimmsten Fall sogar Kunden.

Aber von vorn: Wir fassen für Euch einige Key-Findings aus dem Bewerbungsreport zusammen. Los geht’s mit der generellen Zufriedenheit der Befragten und dann werfen wir noch einen Blick auf das Problem der zu langen Bewerbungsdauer.

Wie zufrieden sind die Teilnehmer mit aktuellen Recruitingprozessen?

Man darf sagen: insgesamt überraschend zufrieden. 62,7% der Teilnehmer gaben an, sie fänden, dass Arbeitgeber „den Bewerbern schon heute einen guten Service“ bieten. Das sind immerhin mehr als die Hälfte und zudem auch mehr, als bei der letzten Befragung zu dem Thema von 2015:

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Quelle: softgarden – Bewerbungsreport – Wie nehmen Kandidaten aktuell Recruitingprozesse wahr?

Dementsprechend finden aber auch knapp 37% der Befragten nach wie vor, dass sich Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels ruhig etwas mehr ins Zeug legen könnten. Im Mittelpunkt der Kritik stehen vor allem die Bereiche Einfachheit der Online-Bewerbung, unangemessene Dauer des Bewerbungsverfahrens und schlechte Kommunikation.

Dass noch nicht alles so rosig ist, wie die erste Grafik es vermuten lässt, zeigt die Abbruchquote bei Bewerbungen. Fast 60% der Befragten haben schon einmal einen Bewerbungsprozess frühzeitig beendet, obwohl Interesse für die ausgeschriebene Stelle vorhanden war. Die Gründe dafür sind naheliegend:

große_Bewerbungsdauer_Grafik_Abbruch_Bewerbungsprozess

Quelle: softgarden – Bewerbungsreport – Wie nehmen Kandidaten aktuell Recruitingprozesse wahr?

Umständliche Bewerbungsverfahren, insbesondere umständliche Bewerbungsformulare, haben wir wohl alle schon einmal gesehen. 35 Pflichtfelder, zahlreiche Anhänge und keine Verknüpfungen mit sozialen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn? Ein Graus! Aber der absolute Killer? Log-In-Zwang.

„Ich bin Bewerber und kein Personalsachbearbeiter, der seine Daten unbezahlt selbst eingibt. Lebensläufe in Masken tippen ist das Letzte! Einen Account anlegen zu müssen, ebenso. Was soll ich mit 150 Accounts?“

oder

„Sehr umfangreiches Onlineformular hat nicht funktioniert, zwei Stunden Arbeit waren umsonst. Niemand zu erreichen, um nach Hilfe zu fragen. Erneute Bewerbung hat das System verboten.“

heißt es dazu in Kommentaren von Teilnehmern. Dem haben wir nichts hinzuzufügen. Fast genau so unbeliebt ist die überlange Zeit, die der Bewerbungsprozess in Anspruch nimmt – zum Thema Bewerbungsdauer aber im nächsten Abschnitt mehr.

Weiterhin findet sich unter den ersten drei Gründen für einen Abbruch des Bewerbungsprozesses das unsympathische Auftreten von Unternehmensvertretern. Das ist natürlich ein Schlag für Unternehmen, denn an dieser Stelle nützt es nichts, Prozesse zu optimieren, besser erreichbar oder reaktionsschneller zu werden. Hier sind Soft-Skills gefragt, die ja so gern belächelt werden.

Nicht vergessen werden sollten aber auch die letzten beide Gründe für einen Abbruch: Bei „Sonstiges“ wurde laut der Studie besonders oft das schlechte Abschneiden von Unternehmen auf Arbeitgeberbewertungsplattformen genannt. Und immerhin 9% haben die Bewerbung aufgegeben, weil ihnen keine adäquate Möglichkeit geboten wurde, sich von ihrem mobilen Endgerät aus zu bewerben.

Unternehmen sollten sich das auf der Zunge zergehen lassen. Denn durch mangelhafte Bewerbungsprozesse selbst verschuldete Abbrüche machen zunichte, wofür das Personalmarketing ja eigentlich kämpft – nämlich die Aufmerksamkeit von potenziellen Kandidaten auf einem zum Teil sehr schwierigen Markt. Und das an einem Punkt im Bewerbungsprozess, an dem Bewerber sich hatten vorstellen können, für das Unternehmen tätig zu werden.

Bewerbungsdauer: Die Geduld der Bewerber hat ihre Grenzen

In der Studie heißt es über langsame Reaktion von Arbeitgebern: „Langsame Reaktionszeiten interpretieren Bewerber als Desinteresse an der eigenen Person. Zudem stehen gerade die gefragten Bewerber dem Markt nur in einem kurzen Zeitfenster zur Verfügung“. So ist es. Recruiter, die mit den eigenen langwierigen Prozessen zu kämpfen haben, wird es bekannt vorkommen: eine Absage von eigentlich passenden Kandidaten mit der Begründung „Habe mittlerweile eine andere Stelle gefunden“.

Und wen wundert’s? Kandidaten haben es tendenziell eilig damit, eine neue Stelle zu finden (das liegt in der Natur der Sache). Und in Zeiten von One-Klick-Bestellungen im E-Commerce-Bereich ist es eher so, dass der generelle Geduldsfaden kürzer wird. Das gilt genau so für das Bearbeiten von Online-Bewerbungsformularen wie für die Reaktionszeit von Unternehmen auf abgeschickte Bewerbungsunterlagen oder die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Die Geduld der Bewerber zu strapazieren ist also kein gutes Startzeichen für eine mögliche Zusammenarbeit. Bei der Bewerbungsdauer können Unternehmen, wenn sie fix sind, also ordentlich punkten – oder es gründlich versemmeln.

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Quelle: softgarden – Bewerbungsreport – Wie nehmen Kandidaten aktuell Recruitingprozesse wahr?

Hier zeigt sich: Die Erwartungen der Bewerber können viele Unternehmen nicht erfüllen. Ein besonderes Ärgernis für die Teilnehmer ist die Dauer, die Unternehmen für eine Absage brauchen – wenn denn überhaupt eine kommt.

„Die Geschwindigkeit und Qualität lässt oft sehr zu wünschen übrig. Mit Augenhöhe hat das in der Regel nichts zu tun. Vom Bewerber wird eine Top-Bewerbung verlangt, aber die Unternehmen haben noch immer nicht begriffen, dass Bewerber heute ein ähnliches Engagement erwarten. Teilweise bekommt man nach der Bewerbung kein Feedback, um dann ein Jahr später eine Absage zu erhalten.“

heißt es zum Thema Zeitmanagement der Unternehmen, oder

„Nachdem bereits die Reaktion auf die Bewerbung selbst länger als einen Monat auf sich warten ließ, sollte ich beim Vorstellungsgespräch ‚nur kurz‘ auf den Personaler warten. Nach 30 Minuten Wartezeit habe ich mich bei der Empfangsdame bedankt und bin wieder gegangen.“

Das spricht wohl für sich. Hier ist es sehr wohl an den Unternehmen ihre Prozesse zu verbessern und vor allem ihre Kommunikation transparenter und vielleicht auch zugewandter zu gestalten. Denn Bewerber, die sich zurückgesetzt fühlen und insgesamt den Bewerbungsprozess als eine schlechte Erfahrung erleben, gehen dem betreffenden Unternehmen nicht nur als potenzieller Mitarbeiter, sondern im schlimmsten Fall auch als Kunde verloren, so berichten es Teilnehmer der Studie.

Wer Lust hat, noch mehr Informationen rund um das Thema Bewerbungsprozess zu lesen – zum Beispiel hinsichtlich der bevorzugten Bewerbungskanäle der Teilnehmer – findet die Studie hier zum Download.

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