Von Jobbörsen, Job-Aggregatoren und Bewerber-Traffic

Im Rahmen unserer Serie zum Thema Personalmarketing-Automatisierung soll heute etwas Licht in den Markt für Online-Stellenanzeigen gebracht werden.

Ihr kennt seit vielen Jahren die folgende Routine: Es gibt eine offene Stelle. Eine Stellenanzeige wird formuliert, auf der Karriereseite veröffentlicht und anschließend von Euch persönlich über eine direkte Schnittstelle von einer Anzeigen-Agentur oder über einen Job-Posting-Anbieter auf einer oder mehreren Jobbörsen platziert. Falls Ihr kein Schwergewicht mit Sonderkonditionen seid, kostet so eine Platzierung bei einer der bekannteren Jobbörsen ca. 500-1000€ für 30 Tage.

Aber was genau passiert nach der Schaltung? Woher kommen die im Schnitt ca. 100 bis 400 Klicks (Besucher) auf Eure Veröffentlichung bei der Jobbörse?

Einfach gesagt, haben Jobbörsen drei grundlegende Optionen, an Besucher-Traffic zu kommen:

  1. Es gibt Menschen, die eine Jobbörse aufgrund von Werbung, Publicity usw. gut kennen, und direkt auf die Webseite gehen, um dort nach Jobs zu suchen (Direct-Traffic).
  2. Dann gibt es die Gruppe der Menschen, die über eine Google-Suche einen auf der Jobbörse veröffentlichten Job finden und aufrufen (Search-Traffic).
  3. Und zuletzt gibt es die Besuchergruppe, die über Partnerseiten der Jobbörse und über Jobsuchmaschinen bzw. Job-Aggregatoren kommen. Die wiederum kennen sie entweder oder landen über eine Google-Suche dort (Referral-Traffic).

Die Zusammensetzung des Jobbörsen-Traffics würde schematisch in etwa so aussehen:

Zusammensetzung des Jobbörsen-Traffics

Interessant ist nun die Frage, wie hoch die Anteile dieser Traffic-Quellen ausfallen. Deshalb schauen wir uns gerne ein paar konkrete Beispiele an. Eine Traffic-Auswertung der Jobbörse „Monster“ offenbart, dass die Hauptseite monster.de 40% von den Suchmaschinen, 26% von anderen Seiten und 25% Eigen-Traffic aufgrund der Bekanntheit bezieht.

Traffic-Quellen von Monster

Bei dem Rivalen Stepstone sieht die Verteilung ein wenig anders aus. Der Anteil des Traffics von fremden Seiten (Referral) liegt aber auch hier bei 26%.

Traffic-Quellen von Stepstone

Jobware bezieht geschätzte 44% des Traffics von fremden Seiten (Referral) und 32% von Suchmaschinen wie Google.

Traffic-Quellen von Jobware

Ihr könnt gerne weitere Euch bekannte Jobbörsen testen. Die spannende Erkenntnis unserer namhaften Stichprobe ist, dass die Jobbörsen heute weit mehr als 50% ihrer Besucher über Suchmaschinen (Search-Traffic) und fremde Seiten (Referral-Traffic) generieren.

Mit dem Suchmaschinen-Traffic wollen wir uns heute nicht lange aufhalten. Er ist theoretisch für alle da und verfügbar, die gute und relevante Inhalte vernünftig ins Netzt stellen. Also z.B. auch für Inhalte auf Eurer gut gemachten Karriereseite oder auf Eurem Mitarbeiterblog.  Hier könnte man nun diskutieren, ob und wie eine verhältnismäßig kleine Firmenseite mit einem großen Jobbörsen-Portal um Suchmaschinen-Traffic konkurrieren kann. Vielleicht lesen ein paar Suchmaschinenoptimierer mit und haben eine Meinung zu diesem Thema?! Ich würde das gerne in einen separaten Post auslagern.

Richtig interessant ist die Frage, woher denn der Referral-Traffic kommt. Was sind das konkret für Seiten, die die großen Jobbörsen mit Besuchern beliefern? Und vor allem, warum machen sie das? Für die Beantwortung schauen wir uns die Zusammensetzung des Referral-Traffics unserer Stichprobe an.

Jobbörsen, Job-Aggregatoren und Bewerber-Traffic

Unter den Namen indeed, jobrapido, jobworld, adzuna, jobisjob, jobturbo usw. (es gibt eine ganze Menge davon) verstecken sich die sogenannten Job-Aggregatoren (von einigen auch als Jobsuchmaschinen bezeichnet). Diese hierzulande wenig bekannten Marktteilnehmer sind unheimlich gut darin, Bewerber anzulocken. Besser als die bekannten Jobbörsen. Dabei sind die einen z.B. besser für ITler geeignet, die anderen für Sachbearbeiter. In der Summe sind sie als Partner für bekannte Jobbörsen einfach unverzichtbar. Denn bei den Jobaggregatoren gibt’s immer garantierten Bewerber-Traffic zu kaufen, der an die Kunden der großen Jobbörsen zu festen Anzeigenpreisen weiter verkauft wird. Ich denke das Modell der Jobbörsen dürfte nun etwas klarer sein.

Die abschließende Frage des Posts lautet, ob man tatsächlich eine Jobbörse als Traffic-Mittelsmann braucht, wenn es denselben Traffic (dieselben Bewerber) offensichtlich anderswo deutlich günstiger gibt. Eigentlich nicht! Der Trick hierbei ist, dass die Job-Aggregatoren aufgrund ihres Modells und Strukturen auf Masse und Automatisierung ausgelegt sind. Sie wollen keine Einzelanzeigen, sie wollen keine großen Support-Call-Center, Vertriebsabteilungen und Diskussionen mit Eurer IT. Sie wollen einmal eine Anzeigen-Quelle fix anschließen, schön laufen lassen und irgendwann abrechnen.

Wir haben uns vor einiger Zeit zum Ziel gesetzt, den direkten Anschluss von Euren Karriereseiten an solche Jobaggregatoren zu ermöglichen.  Mit unserem Jobspreader umgeht Ihr ohne technischen Aufwand die Jobbörsen und bekommt Eure Interessenten und Bewerber zu einem deutlich attraktiveren Preis.

Der direkte Einkauf von Bewerber-Traffic steht in Deutschland noch ganz am Anfang. Das natürliche Streben eines Marktes zu immer größerer Transparenz und Abschaffung von Arbitrage-Gelegenheiten wird aus unserer Sicht nach und nach zu mehr Unabhängigkeit von großen Jobbörsen führen.

Ich bin auf Eure Meinungen gespannt.





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10 KOMMENTARE

  1. Hallo liebe Alex,

    sehr interessanter Bericht, mur muss ich Dir mitteilen, dass wir bei Kimeta (Jobsuchmaschine) sehr wohl sogar sehr erfolgreich Einzelanzeigen an Kunden verkaufen, da diese erkannt haben, das der Traffic den wir ausliefern auch qualitativ hochwertiger Bewerbertraffic ist :-) Grüße, Frank

    1. Hallo Frank,

      danke für Deinen Beitrag.

      Das Modell von Kimeta ist mir bekannt. Kimeta ist eine Jobsuchmaschine, die in der Tat auch Einzelanzeigen zum Festpreis anbietet. Damit liegt ihr technisch gesehen irgendwo zwischen einer Jobbörse und einem Job-Aggregator. Euer Geschäftsmodell ähnelt mehr einer Jobbörse. Denn die Mehrheit der Job-Aggregatoren setzt nicht auf Einzelanzeigen zum Festpreis sondern auf Performance (CPC). Das ist der Unterschied. Und da schneidet das klassische Model hinsichtlich Preis-Leistung schlechter ab. Das weißt Du auch :)

      Also gilt meine Frage für Euch genau so wie für die größeren Jobbörsen: Inwiefern sind die aktuellen Anzeigen- Preise noch gerechtfertigt? Wobei Eure Preise im Vergleich schon besser ausfallen.

      Schöne Grüße

  2. Hallo Alex,
    bezogen auf klassische Jobboards analysiert Dein Artikel die Situation sehr zutreffend. Interessanter sind aus meiner Sicht aber ohnehin eher Content Communities, in denen sich die jeweils avisierte Zielgruppe austauscht und dann zu Ihrer Expertise (ermittelt anhand von Beiträgen etc) wirklich passende Stellenanzeigen präsentiert bekommt. Also ein eher im Hintergrund agierendes Jobboard – das sich als JB auch nicht in den Mittelpunkt stellt, sondern diesen Platz ganz klar dem eigentlichen Forum/Austausch überlässt.

    1. Hi Markus,

      da bin ich absolut bei Dir. Die Communities sind aus unserer Sicht in der Tat ein attraktiver und noch nicht genug erschlossener Bereich. Ich denke, hier sind zukünftig technische Lösungen nötig, die die Verteilung von Anzeigen in Communities einfach genug machen.

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    […] auch gleich wieder eine HR Innovation als Alternative. Wer sich näher damit befassen möchte: Hier weiterlesen oder mich fragen. Ich gebe auch gerne erste […]

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  5. Hallo, ein guter Artikel, den ich auch unseren Kunden gerne empfehlen möchte, um sich in die Materie einzulesen. Leider erschrecke ich noch immer zu viele Kunden und Interessenten, wenn Ihnen sage dass Google das wichtigste Jobboard ist und SEO die Sprache dafür…. Aufklärung tut not! Weiter so.
    Viele Grüße,
    Andreas Fritz, MHM

    1. Hallo Andreas,

      vielen Dank. Ja, es ist in der Tat keine einfache Aufgabe :)

      Schöne Grüße

  6. Karriere-Webseite der CIA ausspioniert

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