Arbeit 4.0

Was ist Arbeit 4.0?

Einfach erklärt beschreibt Arbeit 4.0 die Zukunft der Arbeit, welche neue Arbeitsformen und Arbeitsverhältnisse mit sich bringt. Einhergehend mit der Industrie 4.0 beeinflusst sie Menschen, Technik und Organisationen und wird durch diese gleichermaßen geschaffen. Die Arbeit 4.0 integriert sich besser in die neuen Lebensformen kommender Generationen ebenso wie in die neuen Begebenheiten, die die Industrie 4.0 mit sich bringt. Obwohl die neue Form der Arbeit viel diskutiert wird und für Unternehmen sowohl Risiken als auch Chancen im aktuellen War for Talents birgt, hat sie in den meisten Firmen in Deutschland schon ganz oder teilweise Einzug genommen.

1. Gründe für eine neue Arbeit

2. Was sind die Merkmale der Arbeit 4.0?

3. Chancen der Arbeit 4.0

4. Risiken der Arbeit 4.0

5. Beispiele der Arbeit 4.0

6. Arbeit 4.0 und Corona

7. Auswirkung von Arbeit 4.0 auf das Personalmanagement

Gründe für eine neue Arbeit

Während die vergangene Arbeit 3.0 durch die Globalisierung und die Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft geprägt wurde, sind für die Arbeit 4.0 im 21. Jahrhundert die Vernetzung und Digitalisierung der Haupttreiber. Doch auch der demografische Wandel, der Kulturwandel und der Wertewandel tragen zur New Work bei.

Industrie 4.0

Eine vernetzte und digitale Industrie bringt im neuen Jahrhundert viele Unternehmen zum Umdenken, was das klassische Arbeiten angeht. Es braucht neue Berufsfelder und Weiterbildung, um bei der schnellen Entwicklung auf dem neuesten Stand zu bleiben. Der digitale Wandel und die daraus resultierende Automatisierung in manchen Berufszweigen wird in Zukunft bestimmte Berufe obsolet machen, während neue entstehen. Damit ist auch eine Zunahme des Dienstleistungssektors verbunden. Die Folge daraus wird ein stärkerer Gap zwischen Geringverdiener:innen und Gutverdiener:innen sein, da besonders die Berufe der Mittelschicht mittelfristig ersetzbar sind. Übrigens: Wie es um den eigenen Beruf ausschaut, verrät der Job Futuromat.

Demografischer Wandel

Unsere Gesellschaft altert sehr stark, was sich auch in Unternehmen und deren Belegschaft spüren lässt. Gleichzeitig kommt wenig Nachwuchs nach – für eine gleichbleibende Entwicklung bedarf es durchschnittlich 2,1 Kinder.  Die aktuelle Geburtenrate liegt laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2020 bei nur 1,53 Kindern. Dieser starke Rückgang zukünftiger Arbeitskräfte lässt sich teils durch Zuwanderung auffangen – doch auch hier war der Wanderungssaldo von 2015 bis 2020 sinkend.

Kulturwandel und Wertewandel

Seit der Jahrtausendwende kommen neue Generationen auf den Arbeitsmarkt und in die Unternehmen des Landes. Die Generation Y (etwa Geburtsjahr 1980–1999) und die Generation Z (etwa Geburtsjahr 1995–2010) bringen neue Wertevorstellungen in die Unternehmen und wünschen sich diese auch in der Unternehmenskultur der zukünftigen Arbeitgeber. So wandeln sich Unternehmen hin zu einer diverseren, selbst definierten und agilen Arbeitsform. Neue Generationen sind allgemein weniger loyal zum Arbeitgeber und wechseln also häufiger die Jobs. Immer mehr Menschen studieren, beim Berufseinstieg haben die neuen Generationen also ein immer höheres Alter. Letzteres bildet einen weiteren Grund für eine älter werdende Belegschaft.

Was sind die Merkmale der Arbeit 4.0?

Wie bei vorherigen Generationen der Arbeit, wird auch die Arbeit 4.0 durch bestimmte Eigenschaften geprägt. Besonders hervorzuheben ist dabei:

Mobiles Arbeiten: Was schon vor Corona ein Begriff war, ist inzwischen gang und gäbe in den meisten deutschen Unternehmen. Durch mobiles Arbeiten sparen Mitarbeiter:innen Fahrtkosten und Pendelzeit, während Unternehmen die Kosten für Büros reduzieren können. Hierfür ist das Vertrauen der Unternehmensführung ebenso wichtig, wie die Unterstützung in der Einrichtung eines privaten Arbeitszimmers.

Zeitliche Selbstbestimmung: Die Zeiten von „nine to five“ sind vorbei. Neue Generationen wünschen sich flexible Arbeitszeiten, weg von einer 40-Stunden-Woche und festen Arbeitszeiten, hin zu einer Vertrauensarbeitszeit, welche im Einklang mit dem Privatleben ist.

Desk-Sharing: Aufgrund des mobilen Arbeitens und um Clusterbildungen zu vermeiden, bieten immer mehr Firmen ein Desk-Sharing-Prinzip an, in dem Büroarbeitsplätze nicht fest vergeben sind, sondern jeden Morgen flexibel gewählt werden können.

Agile Arbeitsweise: In immer mehr Unternehmen nimmt Scrum als Projektmanagement-Framework Einzug. Besonders in der Softwareentwicklung arbeiten Teams agil, transparent und auf Augenhöhe.

Vielfalt: In deutschen Belegschaften nimmt die Vielfalt durch Integration, Gender und verschiedene Generationen deutlich zu. Gleichzeitig wünschen sich besonders junge Generationen einen vielfältigen Kolleg:innen-Kreis.

Weiterbildung: Arbeitnehmer:innen wünschen sich für den beruflichen und privaten Rahmen immer mehr Weiterbildung. Das wird von Unternehmen erfüllt durch Weiterbildungs-Flatrates, durch Besuche von Fachkonferenzen und durch die Möglichkeit, einen Teil der Arbeitszeit privaten Projekten zu widmen.

Mitgestaltung & Ideenmanagement: Junge Generationen wollen teilhaben im Unternehmen. Dieser Wunsch wird von vielen Unternehmen aktiv gefördert, da durch Ideen der Mitarbeiter:innen oft neue erfolgreiche Projekte entstehen.

Führung ohne Machtverhältnisse: Der Trend in Unternehmen geht weg von starren Hierarchien und Top-Down hin zu einer lateralen Führung, in welcher die Führungskräfte als Coach dienen und die Mitarbeiter:innen im Mittelpunkt stehen.

Merkmale und Eigenschaften der Arbeit 4.0

Merkmale der Arbeit 4.0 (Icons made by Freepik from www.flaticon.com)

Chancen der Arbeit 4.0

Arbeit 4.0 bietet für Unternehmen vielerlei Chancen in der Wertschöpfung und im Recruiting. Die Automatisierung wird besonders bei höherqualifizierten Berufen einfache Tätigkeiten ersetzen und somit eine Entlastung bieten, um sinnvolleren Aufgaben nachzugehen. Sich der neuen Arbeitswelt als Unternehmen zu öffnen, liefert automatisch neue Möglichkeiten im Recruiting, indem man sich für neue Generationen attraktiver macht, aber auch durch Arbeitsformen wie Remote Work seinen Bewerber:innen-Radius deutlich erweitern kann.

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Risiken der Arbeit 4.0

Die neue Arbeit ist für Unternehmen wahrlich kein Selbstläufer, was viele Unternehmen bereits schmerzlich erfahren mussten. Es bedarf Kompetenzen im Management ebenso wie in der Belegschaft. Seitens der Arbeitsverhältnisse führt die Arbeit 4.0 zu vermehrten befristeten Arbeitsverträgen und Freelance-Tätigkeiten aufgrund der gewünschten Flexibilität seitens Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber. Diese Flexibilität birgt zugleich das Risiko der Arbeitslosigkeit sowie dem Verdienstausfall.

Auf lange Sicht birgt die neue Arbeit und die Industrie 4.0 den Wegfall von Arbeitsplätzen in bestimmten Berufsgruppen und des unmöglichen Einsatzes dieser Arbeitskräfte in der darauffolgenden Position. Für die hier genannten Risiken bedarf es Lösungen der Politik im Arbeitsrecht und den Gesetzen sowie Lösung seitens Gewerkschaften, Arbeitgebern und Betriebsräten. Die Politik hat mit dem Grünbuch und dem Weißbuch Arbeiten 4.0 bereits ein entsprechendes Grundlagenwerk geschaffen. Eine weitere, viel diskutierte Lösung ist das bedingungslose Grundeinkommen.

Beispiele für Arbeit 4.0

Umantis – Demokratie in der Führungswahl

Das Schweizer Unternehmen Umantis, das zur Haufe-Group gehört, versuchte sich mehrere Jahre lang an einem demokratischen Management. Alle Mitarbeiter:innen konnten die Belegschaft wählen und abwählen, je nach deren Beliebtheit. Das Modell hatte sich teils bewährt, ist aber teils auch gescheitert, da sich Führungskräfte mit der Abwahl nicht abfinden konnten und die Wählerstimmen oft auf die persönliche Beliebtheit und Sympathie abzielten, nicht auf deren Kompetenzen und Führungsqualitäten.

Deutsche Bahn – Gelebte Vielfalt mit dem Female ICE

Im Mai 2022 haben sich Frauen der Deutschen Bahn zusammengefunden und ein Projekt realisiert, welches als Idee innerhalb der Belegschaft entstanden ist und auch Anklang im Management gefunden hat. Der Female ICE wird ausschließlich weiblich betrieben, sprich alle Positionen in diesem Zug werden von Frauen ausgeführt. Hiermit soll ein Zeichen für Gleichberechtigung gesetzt sowie „männertypische“ Berufe infrage gestellt werden.

Arbeit 4.0 und Corona

Die Coronavirus-Pandemie hat den Wandel hin zur Arbeit 4.0 in den deutschen Unternehmen teils beschleunigt. Besonders das mobile Arbeiten und damit einhergehend die zeitliche Selbstbestimmung der Arbeitnehmer war nicht nur gewünscht, sondern teilweise auch gezwungen. Dieser Antriebsschub hat bei Führungskräften die Skepsis des mobilen Arbeitens zunichtegemacht und hält somit bei vielen Unternehmen an, was sich diese Firmen auch als Benefit in die Stellenausschreibungen eintragen können.

Auswirkungen von Arbeit 4.0 auf das Personalmanagement

Das Personalwesen wird in Zukunft durch Auswahl der Mitarbeiter:innen und dessen Cultural Fit mehr Einfluss auf die Gestaltung eines Unternehmens nehmen. Als Tür des Unternehmens und Begleiter während des Onboardings hat das Personalmanagement die Zügel in der Hand und kann Unternehmen formen.

Aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels und des Bedarfes neuer Arbeitsformen, muss sich das Recruiting mehr nach den Wünschen der Bewerber:innen richten. Die Candidate Experience wird immer wichtiger und Unternehmen müssen flexibler werden. Um Erfolge im Recruiting zu erzielen, muss das Unternehmen nicht nur mit Gehältern die Mitarbeiter:innen und Bewerber:innen zufriedenstellen, sondern auch mit attraktiven Benefits. Der Fokus wird sich vom Rekrutieren hin zur Retention, der Zufriedenstellung und Bindung von bestehenden Mitarbeiter:innen wandeln, da sich die Kosten für Neueinstellungen deutlich erhöhen werden. Dank datenbasierter Recruiting-Lösungen wie dem Jobspreader wird das Personalwesen in Zukunft kosteneffizient nach neuen Talenten suchen.

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