Generation Y / Millennials

Was ist die Generation Y?

Als Generation Y (Abk. Gen Y) wird die Generation bzw. die Bevölkerungsgruppe bezeichnet, die ungefähr während des Zeitraums zwischen 1980 und 1999 geboren wurde. Die aus dem englischen Sprachgebrauch stammende Bezeichnung Millennials ist hierzulande ebenfalls geläufig.

Wie anderen Generationen zuvor werden der Generation Y bestimmte Eigenschaften und Werte zugeschrieben. Vorherige Generationen sind zum Beispiel die Babyboomer (etwa Mitte 1950 bis Mitte 1960) oder die Generation X (etwa 1960-1980). Die zugeschriebenen Merkmale sind vielfältig und teilweise auch widersprüchlich. Ein wichtiger Faktor im Hinblick auf die Generation Y ist die ihr nachgesagte Technik- und vor allem Internetaffinität. So werden ihre Mitglieder auch teilweise zur ersten Generation der Digital Natives gezählt. Als solche werden Menschen bezeichnet, die in einem von allgegenwärtiger Digitalität geprägten Umfeld aufgewachsen sind.

Das “Y” im Namen der Generation ist nicht nur die logische Folge auf das “X” im Namen der vorherigen Generation, sondern wird im Englischen passenderweise wie “why” ausgesprochen, was zu Deutsch so viel bedeutet wie “warum”. Der Name spielt damit auf eine der angeblichen Eigenschaft der Generation an – nämlich ständig Regeln, Umstände, Traditionen und so weiter zu hinterfragen.

Auswahl zugeschriebener Merkmale

Je nach Quelle wird die Generation mit verschiedenen Merkmalen assoziiert. Zu diesen gehören zum Beispiel:

  • Starker Wunsch nach Selbstbestimmung auf beruflicher und privater Ebene
  • Optimismus und Selbstbewusstsein
  • Arbeit soll möglichst sinnvoll sein, einem “höheren” Zweck dienen
  • Ablehnen tiefer Hierarchien, Teamwork als bevorzugtes Arbeitsmodell
  • Statt prestigeträchtigen Führungspositionen sind hochspezialisierte Fachkarrieren gefragt
  • Auch wenn monetärer Lohn weiter wichtig ist, zählen außerdem immaterielle Benefits und positive Arbeitsumfelder
  • Technik- und internetaffiner Lebensstil, wozu z.B. häufige Smartphone-Nutzung und die aktive Mitgliedschaft in Social Networks zählen
  • Flexibilität und Anpassungsbereitschaft

Aus diesen Merkmalen ergeben sich auch Folgen für den Arbeitsmarkt. Unternehmen wird geraten, sich entsprechend auf die neue Generation einzustellen. Es gibt viele Maßnahmen, die mit Blick auf die Generation Y getroffen werden können. So sind Unternehmen zum Beispiel bei der Schaffung einer positiven Arbeitsatmosphäre und der Umsetzung von Teambuilding-Maßnahmen besonders gefordert. Auch der Führungsstil ist für die jungen Leute der Gen Y von großer Bedeutung, genau wie umfassende Weiterbildungsangebote.

Kritik an der Generation Y

Das Konzept, bei dem viele Jahrgänge zu „einer Generation“ zusammengefasst werden und diese dann mit einem feststehenden Eigenschaftenkatalog verknüpft wird, wird häufig kritisiert und als unzulänglich abgewiesen. Demnach kann es “die eine Generation Y” nicht geben, da eine solche pauschale Beschreibung individuelle Rahmenbedingungen außer Acht lässt. Zu diesen zählen beispielsweise das soziale Umfeld und die unterschiedlichen Erfahrungen des Aufwachsens. So gibt es verschiedene wissenschaftliche Studien, die als differenziertere Herangehensweise zum Beispiel ein Clustering anwenden. Bei einer Cluster-Analyse werden anhand ähnlicher Werte und Eigenschaften kleinere Gruppen innerhalb einer größeren Datenmenge (hier innerhalb der Generation) als Cluster (zu dt. „Klumpen“ oder „Zusammenballung“) identifiziert.

Auch existieren weitere Studien, deren Ergebnisse den Angehörigen der Generation Y unter anderem eine enorme Beliebtheit des öffentlichen Dienstes nachgewiesen haben. Dies wird als Ausdruck des Verlangens nach Sicherheit interpretiert. Der öffentliche Dienst bietet in der schnelllebigen und von unzähligen Möglichkeiten geprägten Zeit nicht nur finanzielle Sicherheit, er wirkt zum Beispiel auch traditioneller Familienplanung positiv entgegen. Dieser Trend wird als Strömung eines neuen “Biedermeiertums” eingeordnet und weicht stark vom Bild der mobilen und sinnsuchenden Abenteurer, als die die Gen Y unter anderem gezeichnet wird, ab.

Wieder andere Stimmen prophezeien Mitgliedern der Gen Y großes potenzielles Unglück, da ihnen von ihren überfürsorglichen Eltern unangemessen viel Selbstvertrauen nach dem Motto “Du bist etwas Besonderes” anerzogen wurde. Beim Eintritt in den Arbeitsmarkt stünden ihnen deshalb tiefgreifende Enttäuschungen bevor. Diese potenzielle Enttäuschung entstünde aus der Diskrepanz zwischen ihren überzogenen Erwartungen und der „harten“ Realität.

Auf die Generation Y folgt mit den Geburtsjahrgängen ab 1999 die Generation Z. 

Weblinks

Wollmilchsau Blog: Generation Y führen? Chefs in der Bredouille
Wollmilchsau Blog: Weltweite Studie – Was die Generationen wirklich wollen
Zukunftsinstitut
: Studie – Generation Y
Absolventa: Ein Überblick – XYZ – Generationen auf dem Arbeitsmarkt
Die Welt: Warum die Generation Y so unglücklich ist