Personalsuche mit Google+

Wir hatten gestern bereits angerissen, dass Google+ für die Personalsuche interessant werden könnte. Heute fand ich endlich etwas Zeit für die Prüfung der aktuellen Möglichkeiten. Mein Fazit ist, dass Google+, nur wenige Wochen online und gerade mal in der Test-Phase, eines Recruiter-/Sourcer-Blickes auf jeden Fall Wert ist.

Erkenntnis 1:

Auf den ersten Blick lassen sich ca. 800.000 Google+ Profile bereits mit der naheligendsten Suchkette site:plus.google.com über die Google-Suche durchsuchen. Verwendet  man stattdessen site:profiles.google.com, kommt man auf 12.900.000 durchsuchbare Profile. Und bei beiden zusammen, site:profiles.google.com OR site:plus.google.com, irgendwie auf ganze 13.900.000 Profile. Gar nicht so schlecht für den Anfang. Und es werden offenbar stündlich mehr.

Google+ verfügt über eine solide Nutzer-Basis

Erkenntnis 2:

Profile aus Deutschland sind natürlich auch dabei. Nach der Einschränkung der Ergebnisse auf deutschsprachige Seiten, bleiben noch 1.190.000 Profile über. Zum Vergleich: Eine ähnlich aufgebaute Suche bei Xing (site:xing.com inurl:profile -> Einschränkung auf deutschsprachige Seiten) führt zu 1.950.000 Ergebnissen. Da liegen wohl keine Welten dazwischen, außer dass Xing-Profile in der Regel mehr Werdegang-Daten enthalten, bei Google+  dafür aber die anschließende Ansprache kostenlos ist.

Erkenntnis 3:

Google+ Profile enthalten berufsbezogene Informationen, nach denen gezielt gesucht werden kann. Ich nehme mein Lieblingsbeispiel für solche Tests, Entwickler Hamburg, und komme auf 112 Profile. Einige Ergebnisse sind nicht zu gebrauchen, offenbar weil meine Suchkette noch zu ungenau ist, sodass in manchen Fällen Statusmeldungen mitberücksichtigt werden. Dennoch sind auch viele brauchbare Profile dazwischen!

Auf der Jagd nach Entwicklern - Personalsuche mit Google+

Erkenntnis 4:

Falls Euch die ganzen Suchketten zu umständlich erscheinen, habe ich drei Lösungen gefunden, die Euch die Arbeit eventuell etwas vereinfachen könnten. Gpeep.com und GPlusSearch.com sind kleine Google+ Suchmaschinen, mit denen sich gezielt Profile durchsuchen lassen. Bei FindPeoplePlus.com sind sogar klickbare Filter zur Selektion nach Beruf, Land, Beziehungsstatus usw. integriert.

Mit Google+ Suchmaschinen lassen sich gezielt Profile durchsuchen

Leider erfassen die beiden Suchmaschinen bei weitem nicht alle verfügbaren offenen Profile. Entsprechend bescheiden fallen momentan die Ergebnisse für Deutschland aus. Die Suchketten sind daher zumindest kurzfristig die bessere Alternative. Mal sehen, wie sich die Suchmaschinen entwickeln.

Erkenntnis 5:

Die Personensuche von Google+ ist aktuell nicht für die Suche in den Profilen geeignet. Man kann lediglich nach Namen suchen. Einige Freelancer haben bereits ihre Berufsbezeichnungen und Kenntnisse in ihre Profilnamen aufgenommen.

Alles in allem gefällt mir das, was ich sehe, sehr. Man kann als Sourcer und/oder Recruiter mit Google+ arbeiten und sich schon mal mit interessanten Kandidaten anfreunden. Google+ und seine Nutzer sind in Aufbruchstimmung und stimmen offenbar jeder Kontaktanfrage zu. Die Google+ Kreise (Circles) können wunderbar zur Organisation der potentiellen Kandidaten (z.B. nach Beruf) eingesetzt werden.

Und schon haben wir eine wunderbare „Datenbank“ für die kommenden Recruiting Vorhaben. Das ganze gesponsert von Google und gepflegt durch „itself“! Leute, da kommt was auf uns zu. Nicht umsonst bezeichnen die US Recruiter Google+ treffend als „Das recruiterfreundliche Facebook„.

Pic: Baggerschaufeln by martinroell





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12 KOMMENTARE

  1. In diesem Zusammenhang sehr passend und auch von heute: fistful of talent: This Sourcer is TOTALLY geeking out over Google+

  2. Ist ja alles schön und gut, aber ihr habt vergessen, dass man nicht jedem Mitglied eine Nachricht schicken kann. 

    1. Na und?! :) Was hat das für Konsequenzen?

      1. Wie soll man denn mit den Menschen in Kontakt treten, wenn man sie identifiziert hat? 

        1. Nun, z.B. sie als Kontakt hinzufügen, oder mit den vorhanden Daten nach ihrer E-Mail suchen. Evtl. haben sie Links auf andere Spuren im Netz in ihrem Profil usw. Also da gibt es schon ein paar Wege. Im Zweifel läßt man’s einfach (und überläßt das Feld dem fleißigeren und kreativeren Recruiter).

          1. Als Kontakt hinzufügen bedeutet bei Google+ ja nicht, dass man der Person eine Mail schreiben kann. Und wenn man nach einer erfolgreichen Google+ Suche anschließend noch bei Xing oder Linkedin  suchen muss, dann könnte man das ja auch gleich machen,oder? Dann kann der Recruiter früher Feierabend machen. 

          2. Alexander Fedossov

            Ich denke, diese Entscheidung obliegt jedem selbst.

  3. Kundenzufriedenheitsstudie: Facebook extrem unbeliebt | Lösungen für Unternehmen

    […] war vom neuen sozialen Netzwerk Google+ noch nicht die Rede. Aber wenn man die enthusiastischen Lobeshymnen der Betatester auf die Benutzerfreundlichkeit des neuen Dienstes anschaut, könnte auch Google+  […]

  4. Ich habe es gerade einmal mit einer Suche getestet. Einfach direkt im Suchfeld „Versicherungsfachmann“ eingegeben. Bringt 4 Seiten mit Bewerbern. Gar nicht schlecht für den Anfang. Sehr schön ist auch, dass man filtern kann, wie neu das Profil ist – das kann man in der linken Spalte einstellen. Mann kann also regelmäßig suchen und bekommt dann nur die neuen Profile.
    Danke für den sehr informativen Bericht!

  5. eAssessment, SelfAssessment & Employer Branding Blog » Blog Archive » Background Checks als Personalauswahlinstrument?

    […] also der aktiven Kandidatensuche, bietet das Social Web viele Möglichkeiten. So hat bspw. der Wollmilchsau-Blog vor ein paar Tagen mal einen ersten Testlauf gefahren, wen man denn so über Google+ […]

  6. Lesetipps für den 3. August | Netzpiloten.de - das Beste aus Blogs, Videos, Musik und Web 2.0

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  7. Active Sourcing bei Google+ | Wollmilchsau

    […] über Google selbst funktioniert nach wie vor mit der bewährten Röntgenmethode, die Alexander in “Personalsuche bei Google+” vorgestellt […]

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