Personalberatung rekrutiert mit Empfehlungsprogramm bei Facebook

Ich bin in letzter Zeit immer häufiger im russischsprachigen Internet unterwegs. Zum einen, weil wir dort seit einigen Monaten ein Projekt betreiben. Zum anderen vernehme ich dort zum Teil eine ansteckendere Dynamik und Experimentierfreudigkeit.

Ganz beiläufig erfuhr ich in einem Podcast-Interview von einer Personalberatung, die innerhalb von etwa einem Jahr mit Hilfe einer eigenen Facebook-Applikation ca. 600 Besetzungen erzielen konnte. Das macht hellhörig. Während bei uns in Deutschland nicht mal größere Unternehmen mit vergleichbaren Zahlen glänzen können und die Mehrheit der KMUs, die sich auf Facebook zwecks Personalgewinnung einlassen im Moment noch recht abwartend, verloren und unbeholfen erscheinen, werden auf dem Markt mit NUR 6 Millionen Facebook-Nutzern wirklich vorzeigbare Ergebnisse erzielt.

Wie geht das? Pruffi.ru ist eine recht junge russische Personalberatung, die sich ausschließlich auf Headhunting für das Internet-Business spezialisiert. Vor einem Jahr haben sie die Facebook-Anwendung „Pruffi Friends“ rausgebracht, über die man sich a) auf die offenen Stellen selbst bewerben kann und b) seine Freunde empfehlen kann. Der entscheidende Unterschied von Pruffi Friends zu den hierzulande bekannten überladenen Karriere-Netzwerk-Empfehlungs-Spammer-Apps (BranchOut & Co.) ist die Einfachheit und der sofort sichtbare Vorteil für den Vermittler: 1000€ pro erfolgreiche Einstellung. Das war’s.

Es läuft so. In 20 Sekunden hat man die App zugelassen. Erhält sofort Zugang zu den aktuellen Jobs und kann sofort Freunde aus der Facebook-Freundesliste mit einer kurzen Begründung von mindestens 150 Zeichen und einem optionalen Link auf ein Resumé oder Profil empfehlen. Ein Freund pro Stelle pro Tag. Motiviert wird man zusätzlich mit einer Liste von Personen, die durch ihre Empfehlungen bereits Geld verdient haben.

Pruffi nutzt das Empfehlungsprogramm bei Facebook

Ergänzt wird das ganze Konzept mit sinnvollen Einstellungsmöglichkeit, wie automatische Benachrichtigung über neue Jobs. Zum Start der Applikation wurde eine iPad Verlosung veranstaltet. Die Teilnehmer sollten Einladungslinks zur App an ihre Freunde verschicken. Die TOP-20 Promoter sollten jeweils ein iPad bekommen.

Vielmehr möchte ich an dieser Stelle auch nicht kommentieren. Außer, so kann’s offenbar gehen! Ich denke, wir sind uns einig, dass das hier eigentlich von jedem Unternehmen umsetzbar wäre. Es ist wirklich nicht die Technik, die uns allen hier im Wege steht.

Was uns in Deutschland überwiegend noch fehlt, ist das danach. Keiner will sich kümmern, ausdenken, vorantreiben. Zur russischen Personalberatung lässt sich in diesem Zusammenhang noch sagen, dass sie auch noch eine lebendige Facebook-Community von über 13.000 Fans aufgebaut haben, wo es eigentlich nur um Jobs geht. Welche Personalberatung oder KMU kann das schon von sich behaupten?! Bin auf Eure Meinungen gespannt!

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6 KOMMENTARE

  1. sehr interessanter Bericht, vielen Dank. :-)
    Grüsse an Jan… von Roger (Jobup AG, Zürich)

  2. Das ist nicht das erste Mal, dass ich über frische neue Initiativen vom russischen Personalmarkt höre. Bereue fast, kein russisch zu sprechen bei den vielen spannenden Ansätzen. Bei einer derzeitigen Arbeitslosenrate von 1% in Moskau (nein, da fehlt keine Null hinter der Eins!) wohl ein guter Lernort für deutsche HR'ler um zu sehen, was man macht, wenn der Markt leergefegt ist.

  3. Personalmarketing-Blog Sebastian Manhart | Lesestoff 13/2012

    […] * wollmilchsau.de: Personalberatung rekrutiert mit Empfehlungsprogramm bei Facebook […]

  4. yourcha AG hatte diese Leistung bereits in 2008 und 2009 eingesetzt.

  5. Superhelden-Empfehlungsprogramm | Wollmilchsau

    […] und der neuen Alternativwährung iPad werden Superheldenvermittler rekrutiert. Das Empfehlungsprogramm wird leicht verständlich […]

  6. In Deutschland hat wohl den größten Erfolg die Beratungsfirma Konzack Consulting… auch über Facebook, die neuen modernen Beratungsfirmen scheinen den Weg über und mit Social Media leichter zu verstehen und zu gehen … Grüße, toller Artikel nebenbei bemerkt

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