Mobile Recruiting: jetzt mal Butter bei die Fische!

Heute geht es mal wieder um unser liebstes Sorgenkind: das Mobile Recruiting.

In unserer aktuellsten Mobile Recruiting Studie 2016 haben wir zum vierten Mal den Status quo des Mobile Recruitings in Deutschland für Euch unter die Lupe genommen. Neuigkeiten zum thema gab’s am Montag von Jobware. Die haben sich mit der Hochschule RheinMain zusammengetan und eine Studie zum Thema Mobile Bewerbung erstellt.

Dafür wurden die mobilen Bewerbungsmöglichkeiten zuerst in Untersuchungsblöcke aufgeteilt (zum Beispiel  in „Karrierewebsites von Unternehmen“ oder „Apps von Jobbörsen“) und anschließend eine Umfrage mit ca. 470 Teilnehmern durchgeführt. Wie es bei Umfragen von Hochschulen häufig der Fall ist, sind die Teilnehmer der Umfrage eher jung (Durchschnittsalter: 22 Jahre) und entweder noch Schüler oder Studenten. Dies soll der Studie jedoch nicht zum Nachteil gereichen, weil die Ergebnisse so als überaus zukunftsweisend gewertet werden können.

Zum Aufwärmen geht es in der Auswertung mal wieder um die Frage, welche Endgeräte die Teilnehmer zur generellen Suche nach Stellenanzeigen verwenden. Und siehe da, der stationäre PC führt das Feld noch immer an, jedoch dicht gefolgt von seinen mobilen Geschwistern Smartphone und Tablet. Stolze 77% gaben an, bereits via Smartphone nach Stellen gesucht zu haben – 30% sogar „oft“ oder „immer“. Wir wollen ja keine unverbesserlichen Klugscheißer sein, aber: unsere Rede.

Aussicht: Die Mobile Bewerbung kommt

Quelle: Jobware / Hochschule RheinMain – Pressemitteilung vom 29.02.2016

Außerdem wurden die Teilnehmer gefragt, wie viel Zeit sie ein vollständiger Bewerbungsprozess durchschnittlich kostet. 54% gaben als Antwort „1-3 Stunden“ an, weitere 30% benötigen sogar noch mehr Zeit. Halten wir fest: das dauert einfach zu lange. Und erst recht für die Handhabe auf dem Smartphone oder Tablet. Kein Wunder also, dass vor allem die One-Click-Bewerbung auf große Resonanz stößt.

Aber es gibt auch Positives zu berichten. Die grundsätzliche Einstellung gegenüber der mobilen Bewerbung lässt hoffen.

Einstellung der Kandidaten zur mobilen Bewerbung

Quelle: Hochschule RheinMain /Jobware – Mobile Bewerbung: Abschlusspräsentation

Wir geben zu, wenn nur 17% der Befragten schon mal irgendwo eine mobile Stellenanzeige begegnet ist und sich nur 7% auch tatsächlich mobil beworben haben, ist das nicht gerade revolutionär. Der springende Punkt ist aber der letzte: 50% wären heute bereits willig, sich mobil zu bewerben, wenn …

Ja, wenn. Wenn die Akzeptanz bei Unternehmen größer wäre und wenn anständige mobile Bewerbungsformulare denn zur Verfügung stünden. Nicht zum ersten Mal scheitert die mobile Bewerbung also nicht an der mangelnden Bereitschaft der Jobsuchenden, sondern an dem (nicht vorhandenen) Angebot der Unternehmen. 82% der Teilnehmer empfinden die Texteingabe als „unbequem und umständlich“. Wer schon mal versucht hat, ein nicht (oder nicht gut) mobiloptimiertes Bewerbungsformular zu benutzen, wird hiervon ein Lied singen können. Mobile Candidate Experience? Häufig immer noch sehr bescheiden.

Unabhängig davon wünschen sich 61% der Teilnehmer die ständige Verfügbarkeit von Stellenanzeigen – also auch von unterwegs, dem Hörsaal oder der heimischen Couch aus (ein Schelm, wer behauptet, Studenten würden sich während den Vorlesungen bisweilen von ihren mobilen Endgeräten ablenken lassen. Wenn schon, dann wenigstens zu – sagen wir mal – einem guten Zweck).

Außerdem halten 79% der Befragten die Bewerbung via Smartphone oder Tablet für zeitgemäß. Im Umkehrschluss laufen Unternehmen, die kein mobiloptimiertes Angebot für ihre Bewerber bereit halten, Gefahr bei den jungen Jobsuchenden als altbacken oder zumindest nicht ganz up-to-date zu gelten. 55% der Teilnehmer finden sogar, dass ein mobiles Bewerbungsangebot von innovativen Arbeitgebern schlicht zu erwarten ist.

Das Interesse an der mobilen Bewerbung ist vorhanden. Wir wünschten, wir müssten uns weniger oft wiederholen, aber so weit ist es leider immer noch nicht. Mag sein, dass wir tauben Ohren predigen, aber was soll’s: Liebe HRler, Personaler und Unternehmen, hört auf zu zweifeln und zu zaudern. Die mobile Bewerbung kommt. Amen.

Wer von Euch noch immer nicht genug hat von unserem lautstarken Verlangen nach Mobiloptimierung, der könnte auch noch einen Blick auf die Zustände in unseren Nachbarländern werfen. Das Mobile Recruiting hat in Österreich und der Schweiz auch nicht den allerbesten Stand.

Ansonsten könnt Ihr hier die gesamte Pressemitteilung lesen, wenn Euch noch weitere Ergebnisse der Studie der Hochschule RheinMain und Jobware interessieren.





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7 KOMMENTARE

  1. Mir fällt derzeit nur eine Möglichkeit ein, sich wirklich mit nur einem einzigen Klick zu bewerben:

    Veröffentliche dein Stellenangebot in einer Statusmeldung auf Facebook, Xing und LinkedIn. Dann fordere den Interessenten dazu auf, die Statusmeldung zu liken und damit sein Einverständnis zu geben, dass jemand Kontakt zu ihm aufnimmt. Punkt.

    Jede andere 1-Klick-Bewerbung setzt voraus, dass ich mit diesem einen Klick wenigstens meine Kontaktdaten oder gar die vollständige Bewerbung versende. Das wiederum setzt voraus, dass ich zuvor meine Kontaktdaten oder die vollständigen Bewerbungsunterlagen irgendwo abgelegt habe. Das wiederum setzt voraus, dass ich mich an diesen Ort registriert habe. Das wiederum setzt oft voraus, dass ich irgendwelche Apps runterladen muss. Das wiederum setzt voraus, dass ich meine Unterlagen und Kontaktdaten an mehreren Orten ablegen muss. Das wiederum setzt voraus, dass ich meine Unterlagen an all diesen Orten ständig aktualisieren will.

    Das wiederum führt dazu, dass ich es erst gar nicht tue.

    Selbst die Bewerbung mit dem Profil bei Facebook, Xing und LinkedIn ist unbequem, weil ich mich nach dem ersten Klick auf ‚Bewerben‘ noch beim sozialen Medium einloggen muss. Ich kenne die meisten Passwörter gar nicht mehr, weil mein Passwort-Manager sich mit kryptischen Passwörtern darum kümmert. Das dürfte immer mehr Leuten so gehen.

    Ach, … Moment, … da fällt mir noch eine 1-Klick-Bewerbung ein …

    Eine anklickbare Telefonnummer in der Stellenausschreibung. Die beste Art sich zu bewerben. Drei Minuten am Telefon ersparen allen Beteiligten das hin und her Senden, Sortieren und Speichern von Unterlagen. In drei Minuten am Telefon erfahren beide Seiten, ob es grundsätzlich Sinn macht, sich zu treffen.

    Wie wir sehen, ist die 1-Klick Bewerbung heute möglich. Kosten? Keine! Zusätzlicher Aufwand? Keiner!

    So, liebe Personaler, hier ist nun noch genug Platz für eure Ausreden, warum das nicht funktioniert… :)

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    Beste Grüße aus Berlin, Hans Steup

    1. … ich will keine App runterladen.

      1. Warum nicht?
        Wenn ich ein Bahnticket kaufe, mache ich das doch auch.

        Und wenn für mich eine Bewerbung mehr ist als nur das unpersönliche Verschicken meines XING-Accounts, warum sollte ich mich nicht durch eine App unterstützen lassen?

        Spätestens wenn ich durch die App mehr Vorstellungsgespräch erhalte, ist sie mir ein Download wert… Ihnen nicht?

        1. Apps sind aus meiner Sicht suboptimal. Wie viele Apps von wie vielen Anbietern soll ich mir denn runterladen? Jede App deckt nur einen winzigen Teil der Arbeitgeber und Jobsuchenden ab. Marktabdeckung? Fehlanzeige. Macht keinen Sinn.

          Bei der Bahn ist das was ganz anderes. Da buche ich öfter und beim gleichen Anbieter.

          Die Jobsuche ist keine regelmäßige Angelegenheit.

          Mir ist immer wieder schleierhaft, warum jemand Job-Apps mit anderen Apps vergleicht. Das sind Äpfel und Birnen.

          Ich kenne die Diskussion auch bei uns aus der Versicherungsbranche. Da gibt es tatsächlich Leute, die glauben, der Kunde will seine Versicherungsverträge ständig im Handy mit sich rumtragen. Und deswegen braucht jeder Vermittler eine App. Auch das ist Quatsch. Was bringt dem Kunden die App? Außer Spam Mitteilungen …

          1. Apps, die nur einen Teil des Marktes abdecken, halte ich gleichermaßen für massenuntauglich. Talentcube ist daher so konzipiert, dass ich mich damit ohne Einschränkung auf „jeden beliebigen Job“ bewerben kann.

            Wir geben dem Bewerber ein nützliches Tool, um sich authentisch beim Arbeitgeber zu präsentieren. Und damit das vernünftig funktioniert, braucht man halt ein Werkzeug und das ist halt die App.

            Für eine herkömmliche Bewerbung brauche ich am Ende des Tages ja auch Apps (MS Word, Adobe Reader, E-Mail-Programm)… und zusätzlich einen PC.

            Da finde ich, dass sich der Download einer Smartphone-App allemal lohnt, vor allem, wenn sich dadurch der Bewerbungsaufwand auf wenige Minuten reduzieren lässt.

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