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Die ARD-ZDF-Onlinestudie 2014 – Webnutzung und Karriereseiten im Vergleich

ARD ZDF Onlinestudie 835 380 Die ARD ZDF Onlinestudie 2014   Webnutzung und Karriereseiten im Vergleich

Ende letzter Woche ist die neue ARD-ZDF-Onlinestudie erschienen, die wir als verlässliche Säule der deutschen Onlineforschung jedes Jahr mit Spannung erwarten. Wie also hat sich die Online-Nutzung in Deutschland im letzten Jahr verändert? Und was bedeutet das für Euer Personalmarketing? Wir haben den Vergleich gemacht.

Allgemeine Webnutzung

Zuerst einmal ist die Schar der Internetnutzer um weitere 1,4 Millionen angewachsen und umfasst nun 79,1 Prozent der Bevölkerung, was rund 65 Millionen Bürgern entspricht. Der Zuwachs stammt vorwiegend aus den älteren Jahrgängen, da die Jungen schon alle online sind. Vier von fünf Webbürger,insgesamt 44,5 Millionen, nutzen das Internet täglich. Soweit also keine Überraschungen.

Interessant ist bei dieser Studie aber seit jeher der Blick auf die Details. Und da sind auch 2014 lehrreiche Beobachtungen zu machen. Zum Beispiel, dass 40 Prozent der Webnutzer das Netz in der Fülle seiner Möglichkeiten gar nicht ausschöpft und sich auf Infosuche und Mails beschränkt. Was bedeutet das für Personalmarketing? Auf den ersten Blick ist es wenig schockierend, da Stellen- und Arbeitgebersuche ja unter Informationssuche fallen. Also: hinlegen und weiterschlafen. Ach nee, verdammt, wenn wir etwas genauer hinsehen,liegt hier die erste Lektion versteckt, die wir als HR-Profis aus der ARD-ZDF-Onlinestudie ziehen können. Die oberflächliche Webnutzung deutet nämlich darauf hin, dass viele Angebote für die Nutzer zu schwer erreichbar, zu kompliziert oder nicht vertrauenswürdig genug sind. Und da können wir uns als Personaler gleich mal an die eigene Nase fassen:

  • 80 Prozent der Karriereseiten erfüllen nach unseren Erfahrungen nicht die SEO-Basis-Anforderungen
  • die Jobs vieler Unternehmen liegen nicht auf der eigenen Karriereseite und ranken für diese auch nicht bei Google
  • die Navigation von Karriereseiten ist zu sehr auf interne Prozesse fokussiert und deshalb für Kandidaten schwer zu nutzen

Es sind also auch unsere Angebote (aka Karriereseiten) die aus der Sicht der Nutzer schlecht zu finden sind. Das spiegelt sich übrigens auch in den Besuchszahlen der Karriereseiten wieder, die im Durchschnitt gerade mal eine mittlere zweistellige Besucherzahl pro Stelle verzeichnen. Kein Wunder, dass viele Unternehmen da Schwierigkeiten haben ihre Stellen zu besetzen.

HR-Learning: Unternehmen, deren Karrierewebseiten und Stellenangebote über Google und Job-Suchmaschinen nicht auffindbar und für Bewerber leicht bedienbar sind, werden es im Online-Recruiting zunehmend schwerer haben.

Mobile Webnutzung

Stichwort leichte Bedienbarkeit: die Hälfte der deutschen Onliner nutzen das Internet mobil. Vergleicht man diese Werte mit den mobilen Zugriffszahlen von Karriereseiten (zwischen 10 und 35 Prozent) und der Zahl mobiler Jobsuchen bei Google (24 Prozent), ergibt sich ein ziemlich konsistentes Bild: die Stellen- und Arbeitgebersuche wird zunehmend mobil.

Mobile Alter Bildung Geschlecht ARDZDFOS14 Die ARD ZDF Onlinestudie 2014   Webnutzung und Karriereseiten im Vergleich

Bei den unter 30-jährigen liegt dabei das Smartphone in der Gunst vorn, bei den 30 bis 49-jährigen das Tablet. Generell zeigt sich, dass die Mobile-Nutzung mit steigendem Bildungsgrad zunimmt. Eine tolle Erkenntnis, nur schade das der Großteil der deutschen Karriereseiten überhaupt nicht für die mobile Nutzung optimiert ist. Egal ob er mit Smartphone oder Tablet kommt, der Bewerber geht wieder.

HR-Learning: wer von der steigenden Zahl der Online-Zugriffe profitieren will, muss dafür sorgen, dass Karriereseite, Jobbörse und Bewerbungsprozess schleunigst für mobile Endgeräte optimiert werden. Das gilt insbesondere für das Akademiker-Recruiting.

Multimedia-Nutzung

Zu den großen Wachstumstreibern im Netz gehören neben dem mobile Boom vor allem Audio- und Video-Inhalte, die über Steamingdienste wie YouTube, Vimeo, Spotify, die Sender-Mediatheken und millionenfachen Einbettungen in Webseiten und Apps konsumiert werden. 45 Prozent der Onliner über 14 Jahre nutzen mindestens einmal wöchentlich Bewegtbild im Internet. Bei den 14 bis 29-jährigen, die im Recruiting ja traditionell eine wichtige Rolle spielen, sind es sogar 79 Prozent. Ein Drittel der Zugriffe erfolgt über Videoportale. Diese Zahlen zeigen aus meiner Sicht, dass Videos und Videoportale wie YouTube ein riesiges Potenzial für Employer Branding und Personalmarketing bieten, das bisher nicht annähernd ausgeschöpft wird.

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Neben dem Aufwand der Video-Erstellung liegt das sicher auch daran, dass Firmenvideos sich schwer damit tun, sich in ihrer Tonalität an die Zielgruppe anzupassen. So ist Humor der wesentliche Aspekt bei Videoportalen und Information beim (Online-)Fernsehen. Wenn wir ehrlich sind, werden beide Aspekte in Recruiting-Videos noch viel zu wenig bedient.Das es lohnt, sich Gedanken darüber zu machen, zeigt die steigende Zahl junger Video-Podcast Fans, die sich sicherlich auch für ähnliche Recruiting-Formate begeistern ließen:

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HR-Learning: Im Personalmarketing sollte mehr mit Video experimentiert werden, um Formate zu finden, die es erlauben, die Beliebtheit von Video-Portalen für das Employer Branding zu nutzen. Humor und Information sollten dabei vor dem Marketinggedanken stehen.

Social Media

Bei der Social Media Nutzung ist über alle Dienste hinweg erneut ein leichtes Wachstum zu verzeichnen. Lediglich die sozialen Netzwerke verzeichnen einen minimalen Rückgang. Ich denke es handelt sich dabei um die Verschiebung von Facebook, LinkedIn und Xing hin zu anderen Diensten. Interessanter finde ich, dass 2014 in der Befragung zum ersten Mal nicht mehr zwischen privaten und beruflichen Netzwerken unterschieden wurde. Ich denke, dass spiegelt den entspannteren Umgang mit dem Thema wieder.Wer davon profitieren möchte, sollte nochmal über den Einsatz von Facebook im Personalmarketing nachdenken, egal ob mit Karrierepage oder nur Job-Ad-Kampagnen.

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Sehr erfreulich finde ich persönlich, dass die Zahl aktiver Blogleser und Twitternutzer zunimmt. Auch hier sehe ich weiterhin große Chancen für das Employer BRanding und Talent Relationsship Management. Vielleicht erleben wir ja auch hier bald einen zweiten Social Recruiting Frühling. Content-Marketing ist ja nach wie vor das stärkste Pfund im Netz. Verstanden haben das auch schon viele, es fehlt nur immer noch an unternehmensinternen Prozessen und Ressourcen zur Content-Beschaffung.

HR-Learning: Auch wenn es um Social Recruiting 2014 ruhiger geworden ist, bietet das Social Web große Chancen für Employer Branding und Personalmarketing. Insbesondere durch an die Karriereseite angeschlossene Unternehmensblogs, die zum einen ein aktuelles Fenster in die Arbeitswelt und Unternehmenskultur bieten, und zum anderen für relevante Themen bei Google ranken.

Wenn Du jetzt wissen möchtest, wie gut die Karriereseite und das Online-Personalmarketing Deines Arbeitgebers im Wettbewerb abschneidet, helfen wir Dir gerne mit unserem kostenfreien Karriereseiten-Pulscheckden auch Dein Chef versteht ;-).

pics: ARD/ ZDF-Onlinestudie

veröffentlicht am 9. September 2014

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Jan Kirchner

ist Partner und Geschäftsführer bei der Wollmilchsau GmbH.

Wir sind eine Agentur für digitales Employer Branding und HR-Marketing.
Wir entwickeln Personalmarketing-Software, -Auftritte und -Kampagnen.

 
  • Eva Zils

    Hallo Jan,

    danke für den wieder einmal sehr lesenswerten Beitrag und die Auswertungen!

    Ich stimme Dir zu, dass die Karriereseite der Unternehmen das Herzstück der Online-Personalsuche sein muss. Allerdings sehe ich in der Praxis, dass sich die meisten Personal- oder Recruitingabteilungen mit der Optimierung der Seiten nicht auseinandersetzen. Und dies auch gar nicht tun wollen.

    Da ist natürlich ein Angebot wie das Eure sehr gut, wobei ich denke, dass vor allem die KMU – die diese Beratung und Optimierung am dringendsten nötig hätten, denn die “Großen” sind sowieso sehr leicht zu finden, egal wo – dafür das nötige Budget nicht in die Hand nehmen werden.

    Denn ganz ehrlich, eine ordentliche Optimierung und Content-Strategie ist sehr zeitaufwendig, sprich: kostenintensiv, wenn das extern übernommen wird.

    Bei diesem Thema sehe und nehme ich andere Anbieter in die “Pflicht”, die bereits eine Job-Posting und -Verlinkung Lösung anbieten. Diese müssen dafür sorgen, dass die passenden Kandidaten die richtigen Anzeigen, übrigens auch über Social Media und mobile, den richtigen Kandidaten zugespielt werden.

    Ich bin mir sicher, auch wenn meine Social Media Recruiting Studien aus Personalersicht zeigen, dass der “Hype” vorbei ist (http://www.socialmedia-recruiting.com/studien/), dass über die sozialen Netzwerke noch einiges zu machen ist für HR.

    Aber hier genau das Gleiche: Die meisten HR-Abteilungen werden dafür keine zeitlichen oder budgetären Ressourcen aufwenden.

    Ja, Internet und dessen mobile und per Social Media verknüpfte Verwendung wird weiter steigen und muss auch für die Personalsuche optimiert werden. Allerdings gehe ich davon aus, dass Vieles zuerst noch einfacher zu handhaben werden muss, bis die Unternehmen wirklich auf diesen Zug aufspringen.

    Bis dahin sind die Vermittler dran und müssen das übernehmen.

    Viel Erfolg und bis bald!
    Eva

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