Neues Jahr, neues Ich? Gute Vorsätze bei deutschen Arbeitnehmern

Neues Jahr, gute Vorsätze, Ihr kennt das. Und schon schreiben wir die dritte Woche in 2018. Angeblich ist das die Zeit, in der die Ersten ihre guten Vorsätze schon wieder über Bord geworfen haben. Es heißt, die von Natur aus meist vagen guten Vorsätze haben zuletzt an Glanz verloren und es sei besser, fürs neue Jahre klare Ziele zu stecken oder neue Rituale zu etablieren. Nichtsdestotrotz haben sowohl der Personaldienstleister ManPower als auch die Jobsuchmaschine Indeed Ende des vergangenen Jahres genügend Teilnehmer gefunden, die sich für 2018 nicht nur private, sondern auch berufliche Vorsätze vorgenommen haben, und deren Vorsätze in zwei kurzweiligen Studien festgehalten.

Bei uns gibt’s heute also Zahlen aus der Studie Bevölkerungsbefragung Karriereziele 2018 von ManPower und der Indeed-Umfrage Gute Vorsaetze im Detail. ManPower hat hierfür 1022 Bundesbürger repräsentativ befragt. Die Ergebnisse von Indeed beziehen sich auf 1098 Teilnehmer mit akademischen Hintergrund, die angaben, für 2018 gute Vorsätze zu haben.

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ManPower: mehr Geld verdienen, weniger Stressen lassen

Die ManPower Studie gibt es bereits seit 2013. Wie eigentlich jedes Jahr ist der Karrierewunsch Nr.1: mehr Geld verdienen – und das konstant seitdem die Studie vor fünf Jahren ins Leben gerufen wurde. Auf Platz 2 folgt der Wunsch nach Wertschätzung, ein Bedürfnis, das über die Jahre eher zugenommen hat. Flexiblere und selbstständige Zeiteinteilung belegt den dritten Platz.

Karrierewünsche_2018_Grafik_gute_Vorsätze

Quelle: ManPower – Bevölkerungsbefragung Karriereziele 2018

Und die Vorsätze? Die deuten darauf hin, dass die Teilnehmer beruflich eher kürzer treten wollen – oder zumindest die Arbeit auch mal Arbeit sein lassen und ihre Freizeit so richtig genießen wollen. Der meistgenannte gute Vorsatz ist mit 35% nämlich „nach Feierabend besser abzuschalten“, dicht gefolgt (33%) davon, „die Arbeit lockerer zu sehen, mir Vorfälle / Probleme nicht mehr so zu Herzen zu nehmen“. Weitere 18% gaben an, generell weniger arbeiten zu wollen – gegenüber 11%, die sich stärker im Job engagieren wollen.

gute_Vorsätze_Arbeitnehmer_Grafik_2018

Quelle: ManPower – Bevölkerungsbefragung Karriereziele 2018

Außerdem gaben die meisten Teilnehmer an, zur Arbeitsmotivation trüge vor allem das gute Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten bei. Auch flexible Arbeitszeiten werden hier erneut genannt.

Gute Vorsätze bei Indeed – Da geht noch was!

Die Indeed-Umfrage, die weniger detailreich angelegt ist, deckt sich auch bei inhaltlich ähnlichen Fragen nicht immer ganz mit den Ergebnissen der ManPower-Studie. Das liegt nicht zuletzt an der Gestaltung der Umfrage: während die ManPower-Studie eher offen angelegt ist und Mehrfachnennungen begünstigt, gibt es bei Indeed überwiegend „Ja/Nein“-Antworten oder die Möglichkeit, anzugeben, dass die Frage nicht zu den vorgenommenen Vorsätzen gehört.

Auf die Frage, ob die Teilnehmer „2017 das Maximum aus ihrem Job herausgeholt zu haben“ antwortete über die Hälfte (56%) mit „Ja“. Die anderen 44% haben das Gefühl, dass es noch Luft nach oben gibt.

Auch in der Indeed-Umfrage findet das Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten Beachtung. Während zwischen 55%-59% hier keine Veränderungen ins Auge gefasst haben, planen immerhin 40% 2018 „offener und freundlicher“ auf Kollegen zugehen zu wollen und sogar 38% wollen auch privat, also „nach Feierabend mit den Kollegen etwas unternehmen“. Immerhin 38% wollen auch den Vorgesetzten „offener und freundlicher“ begegnen.

Ebenfalls in die Richtung „Stress-Reduktion“, die sich bei ManPower angedeutet hat, führen ein paar konkrete Vorsätze, die bei der Indeed-Umfrage genannt wrerden. Dazu zählen, dass 24% der Befragten ihre Mittagspause seltener am Schreibtisch verbringen und 28% mehr Home-Office machen wollen. 51% wollen auch hier nach dem Feierabend weniger an die Arbeit denken.

Weniger als die Hälfte der Befragten zählt zu ihren guten Vorsätzen, etwas an ihren Arbeitszeiten ändern zu wollen, die anderen wollen zu 21% mehr und zu 24,5% weniger arbeiten. Überraschend ist dann jedoch das Ergebnis, dass 28% der Teilnehmer angaben, ihre Karriere vorantreiben zu wollen und hierfür auch bereit sind, privat zurückzustecken (während 20% davon eher Abstand nehmen wollen und es für die übrigen 52% nicht zu den Vorsätzen gehört):

 

gute_Vorsätze_im_Job_Grafik_2018

Quelle: (08.12.2017) Indeed – Gute Vorsaetze im Detail

Da aber nur 21% der an der Umfrage beteiligten Personen angaben, 2018 auch mehr Zeit in die Arbeit investieren zu wollen, könnte dies dafür sprechen, dass einige der Teilnehmer, die ihre Karriere 2018 im Fokus sehen, dies vor allem durch die effektivere Nutzung ihrer Arbeitszeit erreichen wollen könnten. Dies würde auch zu den guten Vorsätzen passen, die in der ManPower-Studie gelistet wurden: 19% der Teilnehmer dieser Studie wollen ihr Zeitmanangement verbessern.

Was bleibt

Was von den guten Vorsätzen, ob beruflich oder privat, nach ein paar Monaten noch übrig bleibt, steht in den Sternen. Vor allem die langjährige ManPower-Studie zeigt jedoch auch Trends bei den Wünschen und Plänen ihrer Teilnehmer. Themen wie flexible Arbeitszeiten oder der Wunsch nach Wertschätzung bleiben fortwährend aktuell. Der Ausbau von Digital-Kompetenzen hingegen (eine Antwortoption, die erst seit der aktuellen Studie möglich ist) stößt mit 10% auf nur relativ wenig Interesse.

Die Publikationen halten noch einen weiteren interessanten Unterschied für ihre Leser bereit. Während in der ManPower-Studie nur 14% der Befragten angaben, sich 2018 bei einem anderen Arbeitgeber bewerben zu wollen und noch einmal 5% innerhalb des Unternehmens die Stelle wechseln möchten, gaben in der Umfrage von Indeed stolze 40% an, ein „möglicher Jobwechsel“ zähle zu den guten Vorsätzen für das neue Jahr. Steckt hier der Teufel im Detail des möglichen Wechsels?

Wer in beide Veröffentlichungen reinlesen möchte, findet hier die Studie von ManPower und hier die Umfrage-Ergebnisse von Indeed.

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2 KOMMENTARE

  1. Klasse Aufbereitung der Umfragen! Ich kannte die beiden Umfragen nicht. Umso überraschter bin ich, „mehr Geld“ und „häufiger an Meetings teilnehmen“ auf den vorderen Plätzen zu finden. Das spiegelt unsere Erfahrungen eher, als die durch die Gallup-Studie jährlich nahegelegte „innere Kündigung“ eines Großteils der Beschäftigten. Ebenso ein deutliches Zeichen pro „extrinsischem“ Motivator Geld, dem ja auch fast mantramäßig die Bedeutung abgesprochen wird – im Gegenzug wird den MitarbeiterInnen „hohe Identifikation“ mit dem Unternehmen verlangt.

  2. UPSC NDA NA Recruitment 2018

    Good article
    https://goo.gl/kr33aT

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