Diese 4 spannenden Apps sollte jeder Recruiter kennen

Unter 30-jährige sind 4 Stunden täglich online – und das meistens am Smartphone. Klar: In dieser Zeit wird sich viel um den Instagram-Feed gekümmert, Facebook nach den neuesten Memes durchforstet und in WhatsApp-Gruppen das nächste Happening besprochen. Aber: Das Smartphone ist mittlerweile auch die Wahl Nr. 1, wenn es um wichtigere Dinge geht. Car-Sharing, Banking, der nächste Wocheneinkauf – für alles gibt es eine passende App. Das betrifft natürlich auch den nächsten Job. Die Jobsuche findet heute nicht mehr im Anzeigenteil der lokalen Tageszeitung statt, sondern in Bus und Bahn per Blick aufs Smartphone. Wir stellen Euch hier vier Recruiting Apps vor, die wir spannend finden.

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Talenthero

Talenthero (von meinestadt.de GmbH) ist eine App für junge Menschen, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Dabei ist Talenthero keine reine Stellenbörse, sondern bietet durch einen „Orientierungscheck“ sowohl einen Überblick darüber, was es überhaupt für Ausbildungsberufe gibt, als auch eine Hilfe für Unentschlossene. Bei diesem Check geben die Azubis in spe bis zu 3 Interessensgebiete ein und können dieses Interessen danach noch weiter verfeinern. Bei meinem Versuch mit den Interessen „IT & Computer“, „Kreativ & Künstlerisch“ und „Natur & Umwelt“ werden mir danach 335 freie Ausbildungsplätze in Hamburg angezeigt. Vom Koch (kreativ) über den Gärtner im Garten- und Landschaftsbau (Natur) bis zum Fachinformatiker (Computer) ist alles dabei und die Kategorien sind stimmig zugeordnet. In meinem Heimatdorf mit 10.000 Einwohnern gibt es über alle Branchen und Berufe hinweg immerhin 25 offene Stellen, die in der App ausgeschrieben sind. Die Auswahl an Ausbildungsstellen ist also groß. Und die App scheint auch auf Gegenliebe auf Bewerberseite zu stoßen. Die im August 2016 veröffentlichte App wurde bis heute hunderttausendfach heruntergeladen.

Und das ist verständlich. Die Bewerbung über diese App ist im Vergleich zur herkömmlichen E-Mail-Bewerbung kinderleicht. Nach der ersten Erstellung des Bewerberprofils (Kontaktdaten, Schule, evtl. Studium & Praxiserfahrung, Zeugnisupload, Interessen & Hobbies), werden in der Bewerbung nur wenige kurze Fragen nach der Motivation gestellt. Die Bewerbung selbst wird per E-Mail an das Unternehmen geschickt, wo der normale Auswahlprozess startet.

Fazit: Die App ist übersichtlich und userfreundlich. Und sie unterscheidet nicht zwischen Großkonzern und kleinem Betrieb. Gerade für Unternehmen, die Probleme haben, auf anderen Wegen Bewerber zu finden, ist sie eine sehr gute Wahl. Azubi-Recruiting (und Bewerbungen verschicken) ging nie einfacher.

Orientierungscheck und Ausschnitt einer Stellenanzeige

Talentcube

Mit Bewerbungsvideos will Talentcube die Jobsuche revolutionieren. Bewerber können sich auf in der App ausgeschriebene Stellen bewerben – mit drei Videos zu selbst gewählten Fragen, aber auch mit Lebenslauf und Zeugnissen. Die Videos ersetzen hier das Anschreiben, nicht die komplette Bewerbung. Talentcube wird aber noch von sehr wenigen Unternehmen verwendet, nämlich etwa 60. Und die App scheint ein Problem damit zu haben, nicht mehr aktuelle Vakanzen zu entfernen. Will man von der kurzen Vorschau (Jobtitel + Unternehmen) zur Stellenanzeige wechseln, landet man auf der Karriereseite des Unternehmens. Das ist gut, weil Arbeitgeber sich so ganz nach ihren Vorstellungen präsentieren können. Das ist aber auch schlecht, weil etwa die Hälfte der in der App ausgeschriebenen Stellen gar nicht mehr online sind. Häufig liest der interessierte Kandidat nach dem Klick auf „Zur Stellenanzeige“: 404 – Stelle nicht gefunden.

Für die User der App ist eine andere Funktion also fast noch wichtiger: Man kann Bewerbungsmappen erstellen, die Videos enthalten und sie bei Bewerbungen außerhalb der App mitschicken. So stechen Bewerbungen hervor, überraschen und der Bewerber hat die Möglichkeit, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Wichtig dabei: Bewerbungsvideos können auch nach hinten losgehen (oder ein toller Erfolg werden!). Unprofessionell produzierte Videos, das falsche Licht, die falsche Umgebung, schlechte Bildqualität, ein unpassendes Outfit, eine stelzig und gestellt wirkende Situation. Hand aufs Herz – wer vermutet dann noch einen qualifizierten Kandidaten vor der Kamera? Talentcube versucht das zu verhindern und gibt den Usern nur 45 Sekunden pro Video, damit der Inhalt der Antwort im Fokus steht.

Fazit: Das Konzept ist spannend und besonders geeignet für Jobs mit viel Kundenkontakt. Klar ist aber auch: Bewerbungsvideos sind nicht für alle Berufsfelder und Persönlichkeiten geeignet. Einen schüchternen IT-Profi per Video einstellen? Schwer vorstellbar.

Stellenanzeigen und Auswahl der Fragen, die im Video beantwortet werden

Hokify

Hokify überträgt das Tinder-Prinzip auf die Jobsuche. In der App ist für Kandidaten der erste Schritt, das eigene Profil anzulegen. Leider fehlen dabei Möglichkeiten zum CV-Parsing aus XING oder LinkedIn. Das Eingeben der Daten am Smartphone so umständlich wird. Ist der Lebenslauf einmal erstellt, geht es weiter zur Jobsuche. Auf den ersten Blick irritierend ist bei Hokify, dass der Kandidat sich für eine aus 18 Branchen, in der er Jobs suchen möchte, entscheiden muss. Diese Filtermöglichkeit ist aber ein Hinweis auf die Zielgruppe der App. In der Branche „Gastronomie“ werden Jobs als Koch und als Servicekraft angezeigt. In der Branche „Hotellerie / Tourismus“ finde ich Jobs als Empfangsmitarbeiter und in „Pflege / Gesundheit / Bildung“ wird mir passend ein Job als Altenpfleger vorgeschlagen. Die Bewerbung nach einem Swipe nach rechts geht einfach und schnell. Der Bewerber wird in ein Dialogfeld weitergeleitet, wo er noch wenige Fragen nach Motivation, Gehaltswunsch und Startdatum beantworten soll. Für die Antworten hat er dabei gerade mal doppelt so viel Platz wie für einen Tweet, nämlich 300 Zeichen (nicht Wörter!).

Das alles funktioniert nur gut in Österreich, wo die App entwickelt wurde und offenbar hauptsächlich genutzt wird. Als ich mich in Hamburg durch die Jobs geswipt habe und eigentlich auf der Suche nach Stellen im Recruiting oder im Marketing war, wurde ich schnell enttäuscht. Nach der ersten Frage, welche Branche denn jetzt wohl die richtige ist, habe ich noch die Funktion „Berufe durchsuchen“ entdeckt. Die Suche nach „Recruiter“ ergab dann als erstes eine Stelle als Netzwerkadministrator bei „Eine Firma in Hamburg“, als zweites wurde mir eine Stelle als Praktikant in der Marktforschung vorgeschlagen. Meine Suche nach „Online Marketing“ ergab zwar tatsächlich Jobs im Online Marketing. Aber: die ersten zehn Stellen kamen durchweg von Personaldienstleistern.

Fazit: Diese App funktioniert für Unternehmen, die keine IT-Spezialisten in Deutschland, sondern Servicemitarbeiter und Lagerhelfer in Österreich suchen. Alle anderen sollten sich zweimal überlegen, ob das Umfeld aus Arbeitsvermittlern und fehlerhaften Stellenanzeigen das Richtige ist.

Auswahl der Branche und Beispiel einer Stellenanzeige

Truffls

Die bessere Wahl im deutschen Markt scheint truffls zu sein. Truffls gibt es schon seit 2013 und damit zwei Jahre länger als Hokify. Das Start-Up benutzt ebenso das Tinder-Prinzip. Der Bewerber wird hier anfangs nach seinen Präferenzen gefragt: In welchen Berufsfeldern möchtest Du arbeiten? Wo wohnst Du (und bist Du umzugsbereit)? Suchst Du eine feste Anstellung in Vollzeit oder vielleicht doch ein Praktikum? Danach kann der CV importiert (XING, LinkedIn, PDF) oder die Daten selbst eingegeben werden. Die Jobs werden in truffls als Karte mit den wichtigsten Informationen dargestellt: Titel, Unternehmen, Berufsfeld, Rahmenbedingungen und die Branche des Arbeitgebers sollen hier reichen, um schnell zu entscheiden, ob ein Job in Fragen kommt oder nicht. Wer mehr Informationen haben möchte, kann auf die Karten tippen, um die Aufgaben und Anforderungen zu erfahren. Jobs gibt es in der App genug: Meine Suche im Berufsfeld „Marketing und Kommunikation“ ergibt viele passende Treffer. Nur hin und wieder ist eine Jobkarte dabei, die nicht zum Berufsfeld passt. Im Berufsfeld „Personal“ finde ich Stellen als Recruiter, Personalreferent und Lohnbuchhalter.

Das Besondere an truffls ist, dass ein Swipe nach rechts schon einer Bewerbung gleichkommt. Danach müssen keine Fragen mehr beantwortet werden. Bis September 2017 war das für Recruiter ein Problem, weil sie sich durch eine Vielzahl von unpassenden Kandidaten arbeiten müssen. Es ist wie bei Tinder: Einige wischen jeden Job nach rechts, egal wie wenig die Stelle zum eigenen Lebenslauf passt. Das Problem hat truffls dadurch gelöst, dass durch die App nicht mehr alle Kandidaten weitergeleitet werden, sondern nur noch solche, die schon Berührungspunkte mit dem Berufsfeld hatten. Der Recruiter bekommt seitdem keine Bewerbungen mehr von Call-Center-Agenten auf die Stelle als Systemadministrator. Nach dem Swipe des Kandidaten wird sein Profil anonymisiert an das Unternehmen weitergeleitet, wo der Personaler entscheiden kann, ob er den Kontakt aufnehmen und den Kandidaten zum Kennenlernen einlädt.

Fazit: Truffls funktioniert besonders gut für Unternehmen, bei denen die Personalauswahl in einer (Recruiter-)Hand liegt. Denn die App punktet durch die schnelle und unkomplizierte Kommunikation per Messenger – und die wird verzögert, wenn zu viele Verantwortliche mitsprechen wollen. Heute matchen, morgen Kennenlerngespräch, übermorgen Vertrag unterschreiben. So geht’s richtig mit truffls.

Stellenanzeige und der Messenger nach einem Match

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1 KOMMENTARE

  1. Lieber Christian, vielen Dank für die Erwähnung von hokify – es freut uns sehr dass du auch schon in Deutschland auf uns gestoßen bist. Wir haben aktuell einen starkem Fokus auf Österreich, daher gibt es auch in Deutschland noch ein sehr überschaubares Angebot bzw. auch eine fehlende Vielfalt zwischen Dienstleistern und direkten Arbeitgebern.

    Als Spezialität hast du völlig richtig erkannt, dass es keine IT Spezialisten sind, sondern unser Kerngebiet sind gut ausgebildete Facharbeiter in den Bereichen Handwerk, Gastronomie, Gewerbe und Büro. Aus diesem Grund gibt es auch keinen Fokus auf eine Xing/LinkedIn Integration oder ähnliches – bei uns gehts wie gesagt um Facharbeiter. Daher liegt der Fokus darin, Personen zu ermöglichen sich schnell und einfach für einen Job zu bewerben. Zudem ist bei diesem Fachpersonal auch die Formulierung eines kreativen Motivationsschreibens nicht im Vordergrund – viel mehr geht es um spezifische Fähigkeiten in den Fachgebieten – die schnell und einfach abgefragt werden können!

    Wenn du noch etwas mehr über die App erfahren möchtest – ich erzähle dir gerne etwas mehr über unseren nächsten Schritte und was genau unser Fokus ist!

    Liebe Grüße und einen schönen Valentinstag Abend,
    Karl

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