Welchen Klout-Score brauchst Du für welchen Job?

Kann ich Dir sagen: Wenn Du Gratisproben-Tester sein willst, dann sollte er etwa bei 70 liegen. Wenn nicht, dann brauchst Du keinen.

Über Klout hatte ich bereits vor fast einem Jahr etwas geschrieben. Damals war der Dienst aus datenschutztechnischen Gründen in der Schusslinie. Für mich kein Grund zur Kritik, aber der Sinn dieses Tools erschloss sich mir schon damals nicht so richtig:

„Zum einen ist es natürlich eine nette Spielerei, zu schauen, wie weit die Online-Reichweite im Vergleich zu frei gewählten Benchmarks liegt (“Oh, nur noch 10 Punkte bis Sascha Lobo”). Dort hört der persönliche Nutzen aber schon fast wieder auf. Etwas derart individuelles und dabei hochkomplexes wie “Einfluss” von einem Algorithmus errechnen zu lassen ist Blödsinn. Zumindest könnte es keine Maschine besser, als der Mensch mit ein paar Klicks in 10 Minuten.“

Ich habe damals meinen Account deaktiviert und ihn auch nicht weiter vermisst. Dann geschah es im April dieses Jahres, dass Sam Fiorella einen Job nicht bekam – angeblich wegen seines jämmerlichen Klout-Scores von 34. Seitdem geht das Virus um: Man „K+“st sich gegenseitig für sinnige Skills wie „Social Media“ und versucht auf Teufel komm raus, seinen Score in die Höhe zu treiben. Und weil auch die Interakationen irgendwie mitgerechnet werden, braucht man auch noch ganz viele @-Mentions wie „@x: Sehe ich auch so.“ – „@y: Danke für dein Feedback!“. Der Score muss auf mindenstens auf 60! Schließlich bekommt man sonst ja keinen Job mehr. Klar.

Ohne anwesend gewesen zu sein, behaupte ich: Sam Fiorella hat seinen Job nicht wegen seines niedrigen Scores nicht bekommen, sondern vielmehr deswegen, weil er nicht mal wusste wer oder was Klout war. Und dann helfen auch 15 Jahre Erfahrung wenig, wenn der Arbeitgeber nun mal jemanden möchte, der sich mit Social Networks und den dazugehörigen Tools auskennt. Für eine intenationale Führungsposition brauche es mindestens einen Klout-Score von 50, las ich vorgestern. Schön. Wenn ich mir die 50er in meinem Netzwerk ansehe, würde ich der Hälfte davon keinen Job geben. Schon alleine weil sie die ganze Zeit damit beschäftigt sind, ihren Wert durch genügend Aktivität oben halten. ;) Im Ernst: Die 50 zu erreichen ist keine Kunst, eher simple Klick- bzw. Fleißarbeit.

Ich für meinen Teil bin davon überzeugt weiß, dass die meisten Recruiter bzw. Sourcer sich von derartigen Werten weder beeindrucken noch abschrecken lassen. Ich kenne einige Top-Leute mit miserablen Werten und viele Luftpumpen jenseits der 60 Punkte. Auf der Suche nach Messbarkeit im Web 2.0 ist Klout eine relativ wichtige Größe geworden. Irgendwas braucht man als Marketer ja. In Bezug auf Recruiting bzw. Jobsuche ist mein Tipp nach wie vor: Löschen.

Oder wie seht Ihr das?

Pic: CoreForce (CC BY 2.0)





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8 KOMMENTARE

  1. Einfach nur: Ja!

  2. Dem ist wirklich nichts hinzuzufügen. Konnte nur den Kopf schütteln, was anhand meines Profils für irrelevante Reaktionen den Score beeinflussten.

  3. Mal wieder wichtige Fragen Tobias. Nun, ich finde die grundlegenden Funktionalitäten von Klout im Grunde nicht schlimm. Mal davon abgesehen, das das Tool hauptsächlich von Werbern und eitlen Social Media Aficionados (wie z.B. mich) wirklich genutzt wird, d.h. mindestens wöchentlich wahrgenommen und z.B. unsinnige Keywörter gelöscht werden.

    Das ist aber auch das Problem, wäre es ein Add-on wie z.B. Branchout der einfach einen gewissen nachvollziehbaren Wert anzeigt, wäre es ja Ok. Der Versuch eine komplett eigene Plattform und ein eigenes Bewertungssystem auf Services aufzubauen die z.T. selber nicht wirklich wissen wie sie sich vor Mißbrauch schützen sollen (z.B. Twitter's unsägliches SPam-Problem), ist leider Unsinn.

    Dazu kommt dann selbstverständlich auch, dass man solche Werte um Gottes Willen niemals ernsthaft in Personalentscheidungen anwenden sollte. Ich mache mir bei dem Wissenstand der meisten Personaler hierzulande keine Sorgen, aber da liegt die Gefahr. Bekommt ein Personaler der in Sachen Social Media völlig grün hinter den Ohren ist von seiner Agentur den Tipp zu Klout…ei ei ei, das wird gefährlich. Und genau aus diesem Grund sollte man den Dienst abschalten bis vernünftige Metriken entwickelt werden!

  4. Ich stimme dir zu. Meinen 64 Score hatte ich im Urlaub als ich vor lauter Langeweile nur gepostet habe. Inzwischen bin fast bei 50 angelangt. Tendenz: weiter fallend :)

  5. Kann deinem Beitrag nur zustimmen. Lustigerweise habe ich das Thema am Freitag in einem ähnlichen Zusammenhang behandelt:
    http://blog.talkwalker.com/2012/09/21/einfluss-von-social-media-oder-auf-der-suche-nach-der-eier-legenden-wollmilchsau/
    Fakt ist anscheinend, dass Klout allgemein keinen hohen Stellenwert im Bereich „Einfluss“ hat, und dass das alles irgendwo mit einer Wollmilchsau zutun hat. ;-)

  6. Kann deinem Beitrag nur zustimmen. Lustigerweise habe ich das Thema am Freitag in einem ähnlichen Zusammenhang behandelt: http://blog.talkwalker.com/2012/09/21/einfluss-von-social-media-oder-auf-der-suche-nach-der-eier-legenden-wollmilchsau/
    Fakt ist anscheinend, dass Klout allgemein keinen hohen Stellenwert im Bereich "Einfluss" hat, und dass das alles irgendwo mit einer Wollmilchsau zutun hat. ;-)

  7. Die Soziale Währung « Allgemein « DialogArtists

    […] Bei Google+ – na klar – da ist es das plussen, oder auch kommentieren. Bei Klout vergibt man k+ – oder aber, man bezeichnet geschätzte Personen als Influencer. Mehr Wertschätzung geht hier kaum. Und, so unsinnig einem die Score-Bewertung erscheinen mag (sie bemisst sich zu nennenswerten Teilen daran, wie aktiv man auf Klout selbst ist) – es häufen sich Hinweise darauf, dass es für die Jobsuche relavant zu werden scheint. […]

  8. Liebe Blogger-Gemeinde,

    ich bin Studentin der Hochschule RheinMain in Wiesbaden im Rahmen meiner
    Abschlussarbeit des Studiengangs Master of Arts in Sales and Marketing führe
    ich eine Online-Umfrage zum Thema „Meinungsführer im Social Web – Potenziale
    durch den Einsatz des Monitoring-Tools Klout“ durch.

    Da ein solches Vorhaben immer von den Rückläufen der Teilnehmer lebt,
    möchte ich Euch auf diesem Wege um Eure Mithilfe bitten.

    Die Teilnahme an meiner Online-Umfrage wird lediglich etwa 5-10 Minuten Eurer
    Zeit beanspruchen.

    Unter folgendem Link gelangt Ihr zu meiner Online-Umfrage:

    https://www.umfrageonline.com/s/48d74c2

    Ich freue mich über Eure Antworten und bereits vorab recht herzlichen Dank
    für Eure Unterstützung!

    Liebe Grüße

    Lisa

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