Blog-Artikel von in der Rubrik HR-Analytics 4 Kommentare

BITKOM Studie: Kinder und Jugendliche in der digitalen Gesellschaft

bitkoin studie digital 2015 BITKOM Studie: Kinder und Jugendliche in der digitalen Gesellschaft

Vorgestern wurde die diesjährige BITKOM Studie zum Verhalten von Kindern und Jugendlichen in den digitalen Medien veröffentlicht. Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Umfrage unter Mädchen und Jungen im Alter zwischen 6-18 Jahren. Die wichtigsten Erkenntnisse stehen seit gestern in vielen großen und kleinen Zeitungen.

“Schon die Erstklässler gehen häufig online” oder “Fast alle Jugendlichen besitzen ein Handy” lauten die Überschriften. Im Grunde braucht man auch nicht mehr zu wissen. Ja, die Jugend ist digital und ja, ihr Online-Verhalten unterscheidet sich von unserem. Unter “unserem” verstehe ich dabei die Generation Y und alles, was davor war.

Dennoch lohnt sich der eine oder andere Blick auf die Details. Gerade wenn wir mit diesen Kindern und Jugendlichen kommunizieren wollen, z.B. um sie als zukünftige Azubis zu rekrutieren oder sie frühzeitig für uns als Arbeitgeber zu sensibilisieren. In diesem Kontext fällt mir Folgendes auf:

1. Bei der Gruppe der 16 bis 18- Jährigen gibt es einen auffällig deutlichen Überhang bei der Nutzung von Smartphones. 89% der Jugendlichen in diesem Alter benutzen ihr Smartphone, um ins Internet zu gehen. Auf der Seite 12. der Studie fällt eben diese Gruppe durch den besonders langen täglichen Aufenthalt im Netz auf, der mit durchschnittlich 115 Minuten täglich angegeben wird.

bitkom jugend mobile1 BITKOM Studie: Kinder und Jugendliche in der digitalen Gesellschaft

Mit einer ziemlich hohen Wahrscheinlichkeit “erwischt” man also diese Gruppe auf Ihrem Smartphone bzw. im mobilen Internet. Und dafür steht auch ordentlich Zeit zur Verfügung. (Hinweis am Rande: Falls Ihr schon Erfahrung mit Facebook-Ads gesammelt habt, achtet Ihr beim Anlegen der Ads darauf, ob sie in der mobilen Ansicht auch ansprechend bleiben? Gilt natürlich nach wie vor auch für Inhalte außerhalb von Facebook.)

Ganz nebenbei gesagt, suchen 83% dieser 16 bis 18- Jährigen Internetnutzer nach Informationen zur Schule und Ausbildung. Wenn das keine Einladung für kreative Personalmarketer ist.

bitkom jugend internet BITKOM Studie: Kinder und Jugendliche in der digitalen Gesellschaft

2. Die nächste spannende Frage ist, was die Kids alles mit ihren Smartphones neben Surfen im Internet anstellen.Es ist eine ganze Menge. Besonders spannend sind für mich Kurznachrichtendienste (94%), Spiele (82%), Videos (66%) und Apps (66%). Warum?! Weil diese Kanäle für Werbung/Ansprache verwendet werden können. Zugegeben, gerade bei den Kurznachrichtendiensten (z.B. WhatsApp, Viber etc.) haben sich die Optionen noch nicht herauskristallisiert. Aber das kommt, vermutlich schon im laufenden Jahr. Die restlichen Kanäle können bereits heute sinnvoll genutzt werden. Stichwort “In-Game- / In-App-Werbung”.

bitcom handy activity1 BITKOM Studie: Kinder und Jugendliche in der digitalen Gesellschaft

3. Auch abseits der Smartphones möchte ich Euch gerne  für das Thema Spiele bzw. In-Game-Werbung sensibilisieren. Die überwältigende Mehrheit von Kindern und Jugendlichen verbringen Ihre Freizeit mit Computer- und Video-Spielen. Laut der vorliegenden Studie bewegt sich die Zahl der Spieler ab 8 Jahren um die 90%. Die durchschnittliche Spieldauer beträgt bei den 10 bis 18- Jährigen 104 Minuten täglich. Mit anderen Worten investieren die Kids fast genau soviel Zeit in Computerspiele wie in das Surfen im Internet.

bitkom spiele BITKOM Studie: Kinder und Jugendliche in der digitalen Gesellschaft

Nichtsdestotrotz werden Spiele als Kanal bzw. Medium für Recruiting, Personalmarketing und Employer Branding bis jetzt weitestgehend ignoriert. Ich bin der Meinung, dass es hier interessante Optionen zu ergründen gibt. Entsprechende Infrastrukturen (In-Game-Werbenetzwerke) bestehen bereits. Ich bin gespant, ob es vielleicht 2015 interessante Pionier-Projekte in diesem Bereich geben wir. Wir haben uns jedenfalls vorgenommen, das Thema näher zu betrachten.

So viel zu meinen persönlichen Highlights der Studie. Was ist mit Euch? Gibt es andere spannende Erkenntnisse, die Euch besonders wertvoll erscheinen?

Pic: (CC BY-2.0) by Isengardt

veröffentlicht am 13. Januar 2015

Sind Recruiting KPI bei Euch ein Thema? Wir machen Eure Zahlen sichtbar und nachvollziehbar.





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Alexander Fedossov

ist Partner und Geschäftsführer bei der Wollmilchsau GmbH.

Wir sind eine Agentur für digitales Employer Branding und HR-Marketing.
Wir entwickeln Personalmarketing-Software, -Auftritte und -Kampagnen.

 
  • Simone Janson

    Nachdem ich kürzlich bei DELL zu einem Round Table zum Thema Arbeitsgeräte der Zukunft diskutiert habe, finde ich interessant, wie sich das Nutzerverhalten bei den Endgeräten ab 19 plötzlich umkehrt. Ich neige immer mehr der These zu, das Tablets sich gegen Smartphones nie ganz durchsetzen werden, einfach weil das Tablet nicht so viel mehr kann und eher ein Luxusgerät ist. Hingegen scheint der Desktop-PC auch bei den jüngeren noch lange nicht ausgestorben, das waren auch die Ergebnisse der Dell-Studie: http://berufebilder.de/2014/experten-roundtable-simone-janson-zukunft-arbeit/
    Vielleicht auch eine Kostenfrage, wer kann sich schon vier Geräte leisten, also beschränkt man sich aufs praktischste.. aber wie seht Ihr das?

    • Bei Tablets bin ich auch unschlüssig. Meine persönliche Tablet-Nutzung ist in den letzten 3 Jahren auf ca. 0 gefallen. Ein Tablet ist ein viel schlechterer PC zuhause und ein viel unhandlicheres Handy für unterwegs :)
      Als Business- oder Lern-Device sehe ich allerdings sehr viel Sinn darin.

      Mein Desktop-PC, den ich eigentlich nur zum Spielen brauche, wurde vorübergehend durch ein Laptop ersetzt, das ich bei der nächsten Gelegenheit mit einer Okulus-Rift Brille als Monitor-Ersatz erweitern werde. Langfristig werden wir dank Oculus-Rift und ähnlichen Produkten vermutlich weder Desktops, noch Laptops brauchen. Smartphone als Universal-Device mit Anschlussmöglichkeiten für Tastatur, Headset und VR Brille als Monitor. Also ein Gerät, das alle Wünsche erfüllt.

      • Jan-Gerrit Meyer

        “Mein Desktop-PC, den ich eigentlich nur zum Spielen brauche”

        Ich denke das Gaming mit einer der Hauptfaktoren dafür ist, dass der PC eben NICHT so schnell bei den Jugendlichen von mobilen Geräten “abgelöst” wird. Ohne groß ins Detail zu gehen, man denke nur an die ganze “Casual vs. Core Gamer”-Diskussionen, die auch eng mit dem Spielmedium zusammenhängen: Das Handy ist eher als Casual-Gerät verschrien, die “richtigen” Spiele werden an PC/Konsole gespielt. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch, dass der PC das Hauptmedium in den eSports darstellt. Zwar ein Bereich, der bei weitem nicht alle Jugendlichen berührt, aber dennoch nicht unbeachtet bleiben sollte, meiner Meinung nach.

        • Hallo Jan,

          das hatte ich in dem zweiten Absatz berücksichtigt. Der Desktop PC von morgen = leistungsfähiges Smartphone + Oculus-Rift (oder ähnliche VR Produkte). Was meinst Du dazu?

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